Sagen Sie mal...

BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Betina Gotzen-Beek

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 20. April 2019 um 08:48 Uhr

Freiburg

Betina Gotzen-Beek ist freischaffende Illustratorin und Autorin. Mit welcher Technik sie am liebsten zeichnet und warum ihr Sohn ihr größter Erfolg ist, erzählt sie im BZ-Fragebogen.

Ihre Kindheit verbrachte Betina Gotzen-Beek mit ihren Eltern, die reiche Urlauber über die sieben Weltmeere schipperten, zumeist auf See. Gezeichnet hat sie schon damals. Die heute 54-Jährige stammt aus Mönchengladbach, sie hat klassische Malerei, Bildhauerei und Grafikdesign studiert. Nach künstlerisch spannenden Stationen in Berlin, Barcelona und Rom wechselte sie zur Buchillustration für Kinder, inzwischen hat sie mehr als 700 Bücher illustriert. Gotzen-Beek ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie lebt in Vauban.

Was kennzeichnet Ihren Zeichenstil?

Detailreichtum und Witz. Dabei reizt es mich, herumzuexperimentieren und immer wieder neue Techniken auszuprobieren. Mein größter Wunsch ist es, mich in die Herzen der Kinder zu malen.

Mit welcher Technik zeichnen Sie am liebsten?

Seit drei Jahren arbeite ich nur noch digital, ich bin davon völlig angefressen. All die Varianten der Handhabung, Vergrößerung, Filter – die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten damit sind quasi unbegrenzt. Kurzum: Ich bin sehr begeistert.

Wo holen Sie sich Inspiration?

Alle Ideen entspringen meiner unerschöpflichen Fantasie, und ich würde vermutlich verzweifeln, wenn ich all das nicht auf Papier bringen könnte.

Was wollten Sie als Kind werden?

Pipi Langstrumpf, Ordensschwester, Malerin.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?

Der Münsterplatz um 8 Uhr. Abends: am Theater, Platz der Alten Synagoge.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?

Die Gaststätte "Waldsee" und das Café "Artjamming".

Ihr Lieblingsfach in der Schule?

Chemie.

Worüber können Sie herzhaft lachen?

Über die Welt und über meinen Kater.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Kunst, Kultur, tanzen, lesen, laufen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?

Beruflich: "Agatha Merkwürdens Racheblumen" von Nicola Scinner, das ich unter meinem Pseudonym Florentine Prechtel illustriert habe. Privat: "Gegen den Hass" von Carolin Emcke.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?

Im Herbst 2018, zu Besichtigungszwecken im Freiburger Münster.

Welche Musik hören Sie gerne?

Querbeet durch Spotify.

Ihre Traum-Schlagzeile?

"Umweltverschmutzung, Massentierhaltung und Gentechnikmanipulation gestoppt."

Was mögen Sie an sich selbst?

Meine Kreativität, meine Sensibilität, meinen Mut.

Ihre Lieblingsinternetseite?

youtube.com

Wovor haben Sie Angst?

Fremdenhass, Ignoranz, Selbstgerechtigkeit, Narzissmus.

Was bringt Sie auf die Palme?

Unbeweglichkeit.

Wo machen Sie gerne Urlaub?

Im slowenischen Triglav-Gebirge, ganz oben.

Ihr größter Erfolg?

Worauf ich besonders stolz bin? Auf meinen Sohn.

Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?

Mit der verstorbenen Tänzerin Pina Bausch: Körper, Seele, Ausdruck, Ästhetik leben.

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?

Ich kaufe mir ein Tiny- oder Ownhouse, einen Teil würde ich einer Organisation spenden, die Kinder unterstützt, ein weiterer Teil kommt in den Sparstrumpf.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...

... Rohkost, Veggie und Veganes.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...

... muss belastbar, duldsam, lösungsorientiert und diszipliniert sein, Kohlen aus dem Feuer holen, mit Zeit jonglieren können und nie die gute Laune verlieren. Und dabei hochkreativ bleiben.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...

... ich male, lese, tanze.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...

... eine lange einsame Strecke zu Fuß unterwegs sein.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...

... mehr Räume schaffen für Kunst, Kultur und Subkultur.