Geschichte

Das Faschistenhaus: Wie vor 75 Jahren in Freiburg eine italienische Casa del Fascio eröffnet wurde

Heiko Wegmann

Von Heiko Wegmann

Fr, 18. Juli 2014

Freiburg

Es gehört zu den völlig in Vergessenheit geratenen Geschichten, dass es in Freiburg einmal im wörtlichen Sinne ein Faschisten-Haus gab. 1938 wurde seine Einrichtung beschlossen, um die Italiener in Südbaden kulturell und sozial fester an ihre Heimat zu binden und politisch im Sinne der Diktatur Benito Mussolinis zu indoktrinieren.

In der von Annexionen durch Nazi-Deutschland und Italien geprägten Phase vor Beginn des Zweiten Weltkriegs sollte es zugleich den Zusammenhalt der beiden verbündeten Nationen stärken.

Die Auslandsorganisation "Fasci italiani all’estero" (Kampfbund italienischer Faschisten im Ausland) der Faschistischen Partei Italiens hatte sich schon länger in Deutschland ausgebreitet. Bereits im Mai 1926 fand der erste Kongress der "Fasci all’estero" in Berlin statt. Die für Oberbaden zuständige Freiburger Ortsgruppe war eine Sektion des 1934 gegründeten "Fascio di Mannheim". Dessen Kommandant war der in Deutschland geborene Konsul Romeo Spinielli; er war gleichzeitig Leiter der Landesgruppe Baden-Pfalz der Fasci italiani all’estero. Spinielli war in Bologna zur Schule gegangen und hatte seit seiner Rückkehr im Jahr 1928 für den Faschismus unter den in Deutschland lebenden Italienern agitiert.

Wann die Freiburger Ortsgruppe gegründet wurde, ist nicht bekannt. Ende 1938 umfasste sie nach Zeitungsangaben angeblich etwa 100 in Südbaden lebende Italiener sowie 200 gerade neu hinzugekommene Vertragsarbeiter. Diese waren im Rahmen der allgemeinen Umstellung auf Autarkie und ...

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