Stadtteil Wiehre

Das "Johann" in Freiburg ist eine Stadtteilwirtschaft mit Charme

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 18. April 2019 um 09:04 Uhr

Gastronomie

Ein Traditionslokal wird neu belebt: Das leitende Ehepaar des "Johann" legt das Augenmerk auf regionales Essen – will für den Gaumenschmaus aber auch über die Landesgrenze schauen.

Dieses Lokal war schon immer eine Stadtteilwirtschaft mit Charme, die erst das studentisch geprägte "Exil", dann das wohnzimmerhaft anmutende "Mondo" beherbergte. Nun wurde alles generalüberholt und entrümpelt für den Start des "Johann".

Ehepaar leitet das Lokal

"Das war eine Riesenbaustelle", sagt Inhaber Andreas Stolz an einem ruhigen Nachmittag, nachdem die Mittagsgäste weg sind. Zusammen mit seiner 53-jährigen Frau Alexandra, die Geschäftsführerin ist und sich um den Service kümmert, leitet der 59-Jährige das Lokal. Beide sind vom Fach: Sie hat als gelernte Köchin die Küche der Rieselfelder Waldorfschule geschmissen und mit ihrem Mann vor Jahren die Erlenbacher Hütte. Er ist im elterlichen Gastrobetrieb zwischen Theke und Herd aufgewachsen und kennt die Branche. Mehr als 20 Jahre lang hat er zudem als Sportphysiotherapeut im Olympiastützpunkt Freiburg gearbeitet.

Fürs "Johann" haben sie sich bei Verpächterin Martina Feierling-Rombach beworben, und mit ihr haben sie das Lokal auch gestaltet: modern, schlicht, stylisch, mit frischen Blumen auf Holztischen und einem Kristalllüster als Blickfang. Die freiliegenden Lüftungsrohre sind zu Gestaltungselementen geworden, die schönen Jugendstildetails der Wirtschaft sind wieder zu sehen – und es gibt jetzt eine Schall- und Brandschutzdecke, die den Lärmpegel spürbar reduziert.

"Unser Anspruch ist lokal-regionales Essen, aber über die Landesgrenze schauend." Andreas Stolz
An der langen Bar kann man einfach was trinken, aber das Hauptgeschäft machen die Wirte natürlich mit den Speisen. "Unser Anspruch ist lokal-regionales Essen, aber über die Landesgrenze schauend", erklärt Andreas Stolz. Zwei Köche setzen das um in Gerichte wie hausgemachte Semmelknödel mit Bergkäse und Spinat (15,50 Euro), Löwenzahnsalat mit Onsen-Ei und Speckvinaigrette (kleine Portion 12,50 Euro) oder Spargelsalat mit Kirschtomaten und Basilikum (10,50 Euro). Auch Klassiker wie Schäufele und Kalbsbäckle (im Winter) stehen auf der Karte. Dazu gibt’s badische Weine der Weingüter Heinemann, Marget und Vorgrimmler – weitere sollen folgen.

Beim anonymen Testbesuch schmeckte das Wiener Schnitzel mit Brägele, Preiselbeeren und Salat (23,50 Euro) ausgezeichnet. Der Service: freundlich und flink. Das Hefeweizen von Rothaus bekommt man für 4,40, das große Apfelschorle für 3,70 Euro und den Espresso für 2 Euro. Das Preisniveau ist nicht niedrig – Wiehre-Publikum! Aber man bekommt auch was fürs Geld: viele Biozutaten nämlich, worauf die Wirte bisher nicht dezidiert hinweisen. Dass es im "Johann" schmeckt, hat sich herumgesprochen. Ohne Reservierung ist freitags und samstags kaum ein Tisch zu kriegen.

Fazit

Die Neubelebung des Traditionslokals ist geglückt. Gutes Essen, schönes Ambiente, ambitionierte Wirtsleute.
Adresse: Johann-von-Weerth-Straße 9, Freiburg-Wiehre, 0761 / 401 982 70, www.johann-restaurant.de.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11.30 bis 24 Uhr, Samstag 17 bis 24 Uhr, Sonntag und Montag Ruhetag.

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