Denunziert, verhaftet, getötet

Wie Homosexuelle von den Nazis in Freiburg verfolgt wurden

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Mo, 26. Januar 2015 um 09:13 Uhr

Freiburg

Im Historischen Kaufhaus wird der Verfolgung Homosexueller durch das NS-Regime gedacht. Wie die Nazis Schwule in Südbaden drangsaliert haben, zeigen drei Beispiel aus Freiburg.

Rund 180 Männer wurden vom Landgericht Freiburg zwischen 1935 und 1945 wegen ihrer Homosexualität verurteilt, 114 Verfahren sind dokumentiert, sagt der US-Amerikaner William Schaefer, der sich seit vielen Jahren mit der Verfolgung Homosexueller in Südbaden während des Nationalsozialismus befasst. 1935 wurde der 1871 eingeführte Paragraf 175 des Strafgesetzbuchs, der Homosexualität unter Strafe stellte, verschärft, schon ein Jahr später stieg die Zahl der Verurteilungen stark an. "Es gab strengere Strafen, aber auch die Bedeutung der Straftat veränderte sich", erklärt der 31-jährige französische Historiker Frédéric Stroh. So sei nun auch Masturbation unter Männern strafbar gewesen.

Bis 1937 stieg die Zahl der Urteile stark an, ehe sie kontinuierlich zurückging. Die Verfolgung von Homosexuellen hatte keine Priorität mehr, und als der Krieg begann, brauchte man Soldaten, erklärt Stroh, der derzeit an der Universität Straßburg zum Thema "Verfolgung von Homosexuellen im Elsass und in Baden" promoviert. Er weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung allein auf die Urteile durch die Justiz bezieht. So wurden viele Homosexuelle nach ihrer Gefängnis- oder Zuchthausstrafe in ein Konzentrationslager deportiert.

Dies basierte auf einem Erlass des Reichssicherheitshauptamtes vom Juli 1940, demzufolge "alle Homosexuellen, die mehr als einen Partner verführt haben, nach ihrer Entlassung in ...

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