Die Zukunft heißt "Zahnbürstenföhn"

Samuel Dekempe

Von Samuel Dekempe

Fr, 24. Februar 2012

Freiburg

In der Rothaus Arena präsentieren junge Wissenschaftler ihre Projekte beim Nachwuchswettbewerb "Jugend forscht".

Die Freiburger Antonia (12) und Valentin (14) Wenger besuchen das Friedrich Gymnasium. Statt sich aber in den Fastnachtsferien auf die faule Haut zu legen, präsentieren sie ihr wissenschaftliches Interesse bei der U-14-Sparte "Schüler experimentieren" des Nachwuchswettbewerbs "Jugend forscht".

Die Geschwister wollen in ihrer Projektarbeit überprüfen, ob es durch das Trocknen einer Zahnbürste mit einem Föhn zu einer erheblichen Keimzahlreduktion kommt. Auf die Idee kamen sie, nachdem ein Familienmitglied durch einen Krankheitsfall und folgender Immunschwäche die Zähne nicht mehr putzen durfte. Für solche Fälle war praktische Hilfe gefragt. Die Jungforscher wandten sich an das mikrobiologische Institut, dessen Mitarbeiter ihr Wissen zum Projekt beisteuerten.

Auch der 12-jährige Elias Aufrecht von der Hansjakob-Realschule hatte eine zündende Idee. "Immer wenn ich mit meinem Bruder zusammen Lego gespielt habe, sah es in meinem Zimmer aus wie auf einem Schlachtfeld." Ein Einfall musste her, damit die Legosteine schneller und einfacher sortiert werden konnten. "In der Forscher-AG meiner Schule haben wir dann gemeinsam verschiedene Modelle ausprobiert", berichtet der Realschüler. Nach einer großen Anzahl an gescheiterten und erfolgreichen Vorversuchen, setzte sich letztendlich das Modell durch, die Steine mit einem Farbsensor zu trennen. Für dieses Projekt galt es sogar die Weihnachtsferien zu opfern um den Abschlussbericht zu schreiben. Nach einem dreiviertel Jahr des Experimentierens sind auch die Geschwister Wenger zu einem Ergebnis gekommen: "Durch die Benutzung des Föhns konnten wir eine 30 bis 100-fache Reduktion der Keime feststellen", berichtet Valentin stolz.

Viel Spaß bei der Begleitung des Projekts

Unterstützung bekamen sie vor allem durch die Biologielehrerin Julia Lugert. Nachdem die beiden sie um Hilfe gebeten hatten, war sie sofort bereit sich dafür ehrenamtlich zu engagieren. Sie stellte die Räume und Gerätschaften und unterstützte die Schüler, wo es nötig war. Natürlich sei es mit viel Arbeit verbunden, aber es mache großen Spaß zu sehen, wie die Schüler ihr Projekt entwickelt, so die Lehrerin über ihre begleitende Funktion.

Zudem waren die jungen Forscher auf die Hilfe von außenstehenden Firmen angewiesen. So sponserte die Firma Frisetta aus Schönau im Schwarzwald 100 auswechselbare Zahnbürstenköpfe für die Versuche der Schüler. "Ohne die Spende hätten wir nie so viele Versuche machen können", erzählt Antonia. Nur so sei der Erfolg zu erreichen gewesen. Bei vielen Schülern bleibt es nicht bei einer Teilnahme. Valentin Wenger beschäftigte sich im vergangenen Jahr mit dem Wachstum von Kressesamen und Elias Aufrecht baute mit seinen Mitschülern eine Fensterputzmaschine. "Nach dem ersten Versuch wollte ich gleich wieder mit einem neuen Experiment an den Start gehen", erklärt Valentin seine Motivation.

Auch für die kommende Zeit erhoffen sich die jungen Forscher einiges: Es wäre schön, wenn wir eine Möglichkeit fänden, unsere Idee des "Zahnbürstenföhns" technisch umzusetzen, schaut die Siebtklässlerin Antonia in die Zukunft. Und natürlich sei zu hoffen, dass sie mit ihrer Idee die Juroren überzeugen und begeistern können.

Der Regionalwettbewerb Südbaden von "Jugend forscht" findet am 23. und 24. Februar in der Rothaus Arena der Messe Freiburg statt. Der Wettbewerb ist am heutigen Freitag, ab 9 Uhr, für das Publikum offen.