Kapelle des Heiliggeiststifts

Ein Stück Freiburger Stadtgeschichte braucht einen neuen Platz

/ Von Frank Zimmermann

& Von Frank Zimmermann

Do, 11. Februar 2016

Freiburg

Nur noch drei Außenwände sind von der Kapelle des Heiliggeiststifts stehen geblieben. Ein weiteres Gebäude des 50er-Jahre-Komplexes auf dem Areal in unmittelbarer Nähe des Alten Friedhofs ist bereits fast vollständig abgerissen. Die Heiligeistspitalstiftung wird hier im Stadtteil Herdern – zwischen Johanniter-, Karl- und Deutschordensstraße – für 17 Millionen Euro eine neue Altenpflegeeinrichtung sowie betreute Seniorenwohnungen bauen.

Eine Sanierung, sagt Stiftungsdirektor Lothar A. Böhler, hätte sich nicht mehr gelohnt. "Es entsprach baulich und energetisch nicht mehr der Altenhilfe." Auch die Kapelle an der Ecke Johanniter-/Karlstraße sei nicht erhaltenswert gewesen, sagt Böhler. Sie war bereits im vergangenen Juli in einem Gottesdienst von Dompfarrer Wolfgang Gaber profaniert worden. In ihr hing bis vor kurzem ein Kunstwerk mit einer besonderen Historie: ein mehr als 200 Jahre altes Gemälde, das das letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern darstellt. Das Besondere daran: Das ursprünglich 9,50 Meter breite und 3,80 Meter hohe Kunstwerk war ursprünglich kein Bild auf Leinwand, wie es heute der Fall ist, sondern ein Wandgemälde (Fresko). Geschaffen wurde es 1805 für die Pfründhauskapelle vom Freiburger Maler Johann Göser (1735–1816) und seinem damals 33 Jahre alten Sohn Johann. In das ehemalige Klarissenkloster in der Gauchstraße nahe dem Rathaus war 1803 das Armenhaus (Pfründhaus), das zuvor am Münsterplatz angesiedelt war, eingezogen. Treibende Kraft hinter diesem Umzug und der Neuordnung des Armenwesens in der Stadt war der Priester und Stadtrat Ferdinand Weiß. Er erteilte Vater und Sohn Göser den Auftrag, die Altarwand der Pfründhauskapelle zu bemalen – "nicht für baare Entlohnung, sondern für die Ehre der ...

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