Blaulicht

Emil-Thoma-Schulen in Freiburg wegen Reizgas evakuiert

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 22. März 2019 um 10:26 Uhr

Freiburg

Die Emil-Thoma-Schulen in Freiburg mussten evakuiert werden. Schüler hatten Atembeschwerden, offenbar hatte jemand Reizgas versprüht. Die Uniklinik warnt eindringlich, damit Unfug zu treiben.

Mehrere Schüler der Grund- und Realschule an der Schützenallee hatten nach Angaben der Polizei gegen 9.30 Uhr von Atembeschwerden berichtet. Daraufhin sei die Schule sicherheitshalber evakuiert worden – insgesamt seien das 380 Kinder und Jugendliche gewesen, wie Jacqueline Gyßler von der Polizei erklärt.

Feuerwehr und Rettungskräfte sind zu den Schulen gefahren. Die Einsatzkräfte wurden wegen Gasgeruchs alarmiert. Vier Schüler wurden vom Rettungsdienst versorgt, so die Polizeisprecherin. Sie konnten gleich wieder entlassen werden. Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für Schulkinder, Lehrkräfte oder die Öffentlichkeit, versichert später auch das Rathaus.

Schüler bekommen schulfrei

Der Unterricht konnte fortgesetzt werden, meldete die Polizei. Allerdings stinkt es Stadtsprecher Toni Klein zufolge in den oberen beiden Stockwerken so, dass die Schulleitung den Klassen 7 bis 10 für die 5. und 6. Stunde schulfrei gab.

Als die Einsatzkräfte angekommen waren, hatten die Schülerinnen und Schüler das Gebäude bereits verlassen, sagt Philipp Golecki vom Freiburgs Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Die Feuerwehr kontrollierte die Gebäude – und konnte Golecki zufolge um kurz nach 10 Uhr schon wieder abrücken.

Nach BZ-Informationen war das Gebäude der Realschule betroffen, in dessen Erdgeschoss auch Grundschüler lernen.

Eindringliche Warnung der Uniklinik

"Nach derzeitigem Sachstand wird davon ausgegangen, dass im Flur des dritten Obergeschosses handelsübliches Reizgas versprüht wurde", erklärt Polizeisprecherin Gyßler. Die Feuerwehr habe bei ihrer Messung keine Giftstoffe festgestellt. Sie lüftete die Etage. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Pfeffersprays sollten nur im Notfall und auf keinen Fall leichtfertig verwendet werden, warnt das Freiburger Uniklinikum in einer Stellungnahme: "Denn das Gas kann schwere Schleimhautreizungen auslösen."

Das Spray kann Augen, Atemwege und Haut reizen, erklärt Professor Hans-Jörg Busch vom Universitäts-Notfallzentrum. Im schlimmsten Fall könne es einen Asthmaanfall auslösen und so lebensbedrohlich werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist eines der vom Rettungsdienst versorgten Kinder Asthmatiker. Es sei vorsorglich behandelt worden.

Pfefferspray, CS- oder Tränengas unterliegen eigentlich dem Waffengesetz, sind häufig aber anders deklariert und frei verkäuflich, erklärt das Uniklinikum. Zugelassen sind Pfeffersprays in Deutschland nur zur Abwehr von Tieren.