Deutscher Hochschulverband

Freiburger Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer landet bei Ranking im letzten Drittel

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mo, 11. März 2019 um 20:09 Uhr

Freiburg

Der Deutsche Hochschulverbands hat den "Rektor des Jahres" gekürt. Der Freiburger Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer kommt nicht gut weg. Doch wie aussagekräftig ist die Umfrage?

Es kommt darauf an, exzellent zu sein. Das gelte für uns alle, will uns die Leistungsgesellschaft glauben machen. Doch in diesem Jahr gilt es vor allem für die Universitäten. Denn im Sommer wird der Wettbewerb um die Liga der Exzellenzuniversitäten entschieden, und in den Monaten zuvor schauen Juroren in den Hochschulen vorbei. Internationale Juroren zum Glück, möchte man für die Albert-Ludwig-Universität meinen; denn die werden sich nicht sonderlich um Aussagen eines Deutschen Hochschulverbandes kümmern, der immer noch in deutscher und nicht in englischer Sprache die Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen vertritt.

Hans-Jochen Schiewer rangiert zwischen Platz 41 und 60

Warum ist das gut so? Weil nach der jüngsten Umfrage dieses Verbandes der Rektor der Freiburger Universität nicht exzellent sein soll. Hans-Jochen Schiewer verschwindet in der diesjährigen Kür des "Rektor des Jahres" in einem Feld ohne Namen, das die Ränge 41 bis 60 umfasst; die Plätze davor sind durchnummeriert, und jenseits der 60 genügte die Zahl der Rückmeldungen (weniger als 30) für das Ranking nicht mehr.

Vorne dran ist der Rektor der Universität Wuppertal, der schon dreimal diesen Titel gewonnen hatte (anders als seine Universität in den Exzellenzwettbewerben: eher mau). Bevor man sich näher auf diese Statistik des Deutschen Hochschulverbands (DHV) und auf deren Aussagekraft einlässt: Was wird da überhaupt erkundet? Oder anders gefragt: Was kann man überhaupt erfahren, wenn man Mitarbeiter fragt, ob ihr Chef die mehr oder doch weniger ideale Besetzung sei? Selbst bei Professorinnen und Professoren dürfte da meist nicht viel mehr herauskommen als das Maß der Beliebtheit – wie ja auch bei der Wahl des Wissenschaftsministers des Jahres. So hat es Kerstin Krieglstein, vormals Dekanin der Freiburger Medizinischen Fakultät, binnen weniger Monate als Konstanzer Rektorin auf Platz 27 geschafft – bewegt haben kann sie in dieser knappen Zeit noch nicht so viel.

Uni will Ranking nicht kommentieren

Wie auch immer. Bei der Nachfrage, was denn Schiewer von dieser so festgestellten geringen Beliebtheit hält, geben sich die Universität und damit er selbst zugeknöpft: Man wolle dieses "Verbandsranking" nicht kommentieren. Tut es dann doch, indem man auf einen anderen Wettbewerb verweist, den zum "Hochschulmanager des Jahres 2018".

Da war keine Befragung von Mitarbeitern die Grundlage, sondern eine Jury im Auftrag des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) von der Bertelsmann-Stiftung am Werk. Schiewer hatte es unter die sechs Finalisten geschafft. Geworden ist es dann der Präsident der (Fach-)Hochschule Fulda, die schon standesmäßig keine Exzellenzuniversität werden kann. Was also ist aus solchen Rankings und Wettbewerben zu schließen? Die Entscheidung des laufenden Exzellenzwettbewerbs liefert da ganz entschieden Handfesteres – nämlich Millionen von Euro.