Himmlers Besuch in Freiburg

Heiko Wegmann

Von Heiko Wegmann

Mi, 26. März 2014

Freiburg

Der Reichsführer-SS Heinrich Himmler, die Freiburger Urgeschichtsforschung und der Munzinger Weiher: Geschichte einer Kooperation in Nazi-Deutschland.

Ein Besuch des Reichsführers-SS Heinrich Himmler läutete im März 1937 eine Reihe von Kooperationen Freiburger Archäologen mit dessen Organisation "Ahnenerbe" ein. Den Auftakt bildeten Grabungen am Munzinger Weiher, die der Freiburger SS eine Bühne zur Selbstinszenierung boten.

Im Frühjahr 1937 weilte Heinrich Himmler für zwei Wochen zum Urlaub in Badenweiler. Diese Zeit nutzte der Herr über Polizei, SS und Konzentrationslager, um seiner archäologischen Obsession nachzugehen. Sie sollte als Teil der Rassenkunde den "arisch-germanischen" Abstammungsmythos pseudo-wissenschaftlich untermauern. Zu diesem Zweck hatte er 1935 eigens die "Forschungsgemeinschaft deutsches Ahnenerbe" als Verein gegründet, die später in seinen persönlichen Stab integriert wurde.

Am 31. März besuchte Himmler den Archäologieprofessor Georg Kraft an dessen Wirkungsstätte im Adelhauser Kloster. Kraft hatte das Amt des archäologischen Denkmalpflegers für Oberbaden inne, war Leiter des Museums für Urgeschichte und lehrte seit 1927 an der Universität, ohne allerdings jemals einen Lehrstuhl zu erhalten.

Himmler ließ sich zuerst in Freiburg die alemannischen Gräberfunde aus Mengen zeigen. Mit Gefolge fuhr er dann zur Erentrudiskapelle auf dem Tuniberg und zum Munzinger Weiher. Hier waren bereits lange zuvor eine altsteinzeitliche Rentierjägerstation sowie jungsteinzeitliche und frühmittelalterliche Funde gemacht worden. Eine Trockenlegung des Weihers und gründliche Untersuchung der Umgebung waren bislang jedoch mangels finanziellen und organisatorischen Mitteln ausgeblieben.

Nun aber konnte Kraft die Unterstützung des Reichsführers-SS (RF-SS) für Munzingen sowie weitere Projekte ...

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