Erster Prozesstag

Hussein K. sagt aus – aber macht noch kein Geständnis

Joachim Röderer, Frank Zimmermann (aktualisiert um 16.58 Uhr)

Von Joachim Röderer, Frank Zimmermann (aktualisiert um 16.58 Uhr)

Di, 05. September 2017 um 09:57 Uhr

Freiburg

Vor dem Landgericht hat der Mordprozess gegen Hussein K. begonnen. Der Angeklagte machte umfangreiche Angaben, ehe die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgeführt wurde. Aussagen zur Tat gab es am ersten Prozesstag noch nicht.

Wer ist der Mann, der im vergangenen Oktober die 19 Jahre alte Studentin Maria L. in Freiburg vergewaltigt und getötet haben soll?

"Ich heiße Hussein, bin 19 Jahre alt und Afghane." So begann Hussein K. vor dem Landgericht in Freiburg seine Aussage im Prozess um den Mordfall Maria L. Dem Flüchtling wird vorgeworfen, die Studentin an der Dreisam misshandelt, vergewaltigt und getötet zu haben.



Bislang hatte sich Hussein K. nicht zu dem Tatvorwurf oder zu seiner Person geäußert. Doch gleich zu Prozessbeginn eine Kehrtwende: Der Angeklagte sagte aus – allerdings wurde auf Antrag des Verteidigers Sebastian Glathe von Richterin Kathrin Schenk verfügt, dass bei einzelnen Aspekten seiner Biografie die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Für den Nachmittag rechneten Prozessbeobachter sogar mit einem möglichen Geständnis, doch nach der Mittagspause kündigte Verteidiger Glathe an, dass K. zu müde sei, um sich noch am heutigen Tag zur Tat zu äußern.

Ausführliche Angaben zur Biographie – mit Widersprüchen
K. saß mit einem weinroten Sweatshirt und Jeans bekleidet auf der Anklagebank; auch während die Verhandlung lief, wurden im Hand- und Fußfesseln nicht abgenommen.Seine Einlassung machte Hussein K. auf Dari, so heißt die Sprache in Pakistan und Afghanistan. Ein Dolmetscher übersetzte. Einige wenige Sätze wechselte er zwischendurch mit seinem Verteidiger auf Deutsch.

K. gab an, in Afghanistan geboren worden zu sein – als Sohn einer Bauernfamilie, als zweites von vier Geschwistern. Er habe, so erzählte er, eine kleine Schwester, einen älteren und einen jüngeren Bruder. Der Vater sei 2010 als Märtyrer gestorben, so Hussein K. Er habe die Landwirtschaft aufgeben müssen und sei zum Militär gegangen. Im Krieg sei der Vater ums Leben gekommen. Freunde habe K. keine gehabt, sagte er auf Nachfrage von Richterin Schenk. Er habe den Spitznamen "Der, der klaut" gehabt, weil er seinen Eltern Geld ...

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