Freiburg

KZ-Arzt aus Freiburg: Massenmörder ohne Reue

Heiko Wegmann

Von Heiko Wegmann

Sa, 01. Juni 2013 um 15:52 Uhr

Freiburg

Der Freiburger Polizeiarzt Eduard Krebsbach war Standortarzt im Konzentrationslager Mauthausen. Im Mauthausen-Prozess nach Kriegsende zeigte er keine Reue. 1947 wurde er in Landsberg hingerichtet.

Beim Thema Freiburg und KZ-Ärzte denkt man zunächst an Josef Mengele: Anfang Juni 1985 rief ein Journalist der "Washington Post" Rolf Böhme an und fragte ihn "Do you know Mengele?" Er klärte den völlig verdutzten damaligen Oberbürgermeister auf: Der für seine monströsen Menschenversuche im KZ Auschwitz berüchtigte "Todesengel" habe sich während des Nationalsozialismus wiederholt hier aufgehalten und sei hier verheiratet gewesen. Kurz zuvor waren Gerüchte aufgekommen, dass der weltweit Gesuchte fünf Jahre zuvor in Brasilien gestorben war und dass sein Sohn als Rechtsanwalt in Freiburg lebe. Der Leichnam wurde exhumiert und die Identität überprüft. Nun folgte ein regelrechter Medienrummel, weil internationale Journalistenteams versuchten, Stellungnahmen und Bilder vom Sohn zu erhalten.

Nicht bekannt war bislang der Fall Eduard Krebsbach, der persönlich wesentlich enger mit Freiburg verbunden war. 1894 in Bonn geboren, besuchte er ein humanistisches Gymnasium in Köln und begann 1912 ein Medizinstudium in Freiburg, das von vier Jahren Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. 1919 erhielt er hier seine Approbation als Arzt. Seine völkisch-antisemitische Einstellung zeigte sich im gleichen Jahr, als er mit anderen die Ortsgruppe des rechtsextremen "Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes" gründete. Seine späteren eugenischen Äußerungen legen nahe, dass ihn die 1920 erschienene Schrift "Die Freigabe der ...

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