900 mal 900

Namensplakette von Spendern im Bächle angebracht

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Mi, 13. November 2019 um 10:18 Uhr

Freiburg

Für das Stadtjubiläum sucht die Stadt Freiburg 900 Spender, die jeweils 900 Euro spenden - bis zum Ziel ist es noch weit. Denn bisher haben erst 100 Menschen gespendet.

Bevor sie zu Boden gehen, um ihre Namensschildchen im Bächle anzubringen, legt ihnen ein aufmerksamer Mitarbeiter der Stadtverwaltung schnell noch Knieschoner auf den Boden – so bleiben die Anzughosen sauber. Dann knien sich Oberbürgermeister Martin Horn und der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach hin und bücken sich in die leere Bächle-Rinne vor dem Colombi-Hotel. Ihren Namensplaketten sollen so viele weitere wie möglich folgen, im Idealfall 900. Denn so viele Spender sucht die Stadt mit ihrer Kampagne "900 mal 900". Gesucht sind 900 Menschen, die zum 900. Geburtstag der Stadt im kommenden Jahr jeweils 900 Euro spenden. Geld, das den an den Jubiläumsveranstaltungen Beteiligten für deren Projekte zugute kommen soll. Bestenfalls kommen mit dieser Kampagne also 810 000 Euro zusammen. Und die Stadt hat sich bereit erklärt, jeden gespendeten Euro zu verdoppeln – das wären also insgesamt 1,62 Millionen Euro.

"Wir haben noch Luft nach oben." OB Martin Horn
Rund 100 Spenderinnen und Spender sind am Dienstagmittag auf Einladung der Stadt zu Eröffnung der Bächle-Plakettenaktion vor den neu gestalteten Platz am Rotteckring gekommen. OB Horn ist begeistert über "die so große Resonanz": "Wir nehmen es als Zeichen des Mutes und des Engagements mit", sagt er, räumt aber auch ein: "Wir haben noch Luft nach oben." Bislang sind laut Rathaussprecherin Martina Schickle erst 160 000 Euro zusammengekommen, macht also inklusive der Verdoppelung durch die Stadt 320 000 Euro. Die vom Gemeinderat bewilligten 3 Millionen Euro seien nicht viel, zumal davon auch Personal-, Sach- und Raumkosten abgehen, sagt von Kirchbach – so bleiben für die 220 bewilligten Projekte de facto davon "nur" 1,2 Millionen Euro übrig.

Die Spendenaktion soll das Budget aufstocken

Durch die Spendenaktion soll dieses Budget aufgestockt werden. Im Rathaus ist man zuversichtlich, schließlich laufe die breite Werbekampagne erst an: Fast täglich gingen derzeit Spenden ein, sagt von Kirchbach. Horn appelliert an die Anwesenden, sich bei der weiteren Kampagne einzubringen, "nicht nur finanziell": "Wir brauchen Sie als Multiplikatoren." Er weist darauf hin, dass auch Städte aus der Region wie Basel, Mulhouse und Colmar fürs Freiburger Jubiläum spendeten.

Den Auftakt des Jubiläums bildet am 15. Januar ein Neujahrsempfang, der aufgrund der Dimension des Programms und des Publikums – geladen werden stellvertretend 900 nach einem Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger – nicht wie üblich im Konzerthaus, sondern in der Messe Freiburg stattfindet. Bereits am kommenden Freitagabend wird im Historischen Kaufhaus – die Stadtverwaltung spricht von einem "Prolog" – die große archäologische Jubiläumsausstellung im Augustinermuseum eröffnet. Sie dauert bis zum 4. Oktober 2020.