Kirchenwahl 2019

Nur zehn Prozent der Protestanten haben gewählt

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Di, 03. Dezember 2019 um 09:15 Uhr

Freiburg

Die Wahlbeteiligung bei den Kirchenwahlen sinkt immer weiter. Stadtdekan Markus Engelhardt sieht den gesellschaftlichen Trend widergespiegelt. Am Tuniberg gaben deutlich mehr Menschen ihre Stimme ab.

Die evangelischen Christen in Freiburg waren in den vergangenen Wochen aufgerufen, die Leitungen der Pfarrgemeinden (Ältestenkreise) und Predigtbezirke innerhalb der Pfarrgemeinden (Ortsältestenräte) neu zu bestimmen. Nur zehn Prozent der knapp 40.000 Wahlbeteiligten kamen dem Aufruf nach. Damit ist die Wahlbeteiligung im Stadtgebiet geringer als vor sechs Jahren (13,5 Prozent) und 2007 (14,6 Prozent).

Die Anzahl der kirchlich distanzierten steigt an

"Dass die Wahlbeteiligung zurückgegangen ist, war aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung wohl realistisch zu erwarten, insbesondere in den Städten", so Stadtdekan Markus Engelhardt. Dennoch sei der Trend enttäuschend und spiegele, dass die Zahl derer zurückgehe, die der Kirche stark verbunden sind, während die Zahl der kirchlich Distanzierten ansteige. "Letztere wissen sehr wohl, warum sie in der Kirche bleiben, nehmen kirchliche Angebote aber nur bei Gelegenheit wahr", so Engelhardt. Wahlen seien für sie uninteressant. Auch dieser großen Mehrheit müsse die Kirche signalisieren, dass sie als wichtiger Teil der Gemeinden wahrgenommen würden. Zudem sei die Wahlbeteiligung Anlass, stärker über das Thema Mitgliederbindung nachzudenken.

"Dreisam 3" hat höchste Wahlbeteiligung

Die Beteiligung in den verschiedenen Gemeinden schwankt stark: Die Personalgemeinde "Dreisam 3", die ihre Gottesdienste in der Pauluskirche an der Dreisamstraße feiert, ist wie im vergangenen Jahr der größte Ausreißer: Dort gaben 62,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. "Dreisam 3" gehören laut Sprecher Timo Sorg 380 Mitglieder an, diese aber fühlten sich der Gemeinde sehr verbunden. Danach kommt die Pfarrgemeinde Tuniberg mit 17,2 Prozent. Die Pfarrgemeinde West schneidet mit 8,4 Prozent am schlechtesten ab.

Insgesamt wurden 43 Kirchenälteste sowie 115 Ortsälteste bestimmt. Die Ältestenkreise leiten mit den Pfarrerinnen und Pfarrern, Diakoninnen und Diakonen die Pfarrgemeinde. Diese Leitungsgremien verfügen über eigene Budgets für Personal, Bau- und Sachmittel.

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