Pflege

St. Laurentiushaus in Haslach wechselt von häuslicher zu ambulanter Pflege

Sina Schuler

Von Sina Schuler

So, 16. Juni 2019 um 18:10 Uhr

Haslach

Die Seniorenwohnanlage des St. Laurentiushauses in Haslach wird umstrukturiert, die häusliche Pflege wurde eingestellt. Im September beginnen die Arbeiten für einen Neubau.

In der Seniorenwohnanlage des St. Laurentiushauses in Haslach ist die häusliche Pflege eingestellt worden. Die Bewohner müssen sich nun um einen ambulanten Pflegedienst kümmern. Zu den Gründen für die Umstellung macht weder der Heimleiter noch die Krankenkasse Angaben.

In einem Schreiben, das der BZ vorliegt, hat Herbert Pieroth, der geschäftsführende Heimleiter, die Bewohner vorab über die Veränderung informiert. Seit Ende Mai seien nun ausschließlich ambulante Pflegedienste zuständig. Der Soziale Dienst der Einrichtung unterstütze die Bewohner bei der Suche.

Das St. Laurentiushaus an der Staufener Straße besteht aus einem Pflegeheim mit etwa 90 Bewohnern und einer Seniorenwohnanlage mit knapp 200 Bewohnern. Offenbar konnte bisher das Pflegepersonal aus dem benachbarten Heim auch kleinere Pflegetätigkeiten wie Tabletten zu richten für die Menschen im Betreuten Wohnen erbringen.

Bewohner sorgen sich um die Qualität

Nun sorgen sich etliche Bewohner und deren Angehörige um die Qualität der Pflegeleistungen. "Eine objektive Verschlechterung der Betreuung der Mieter durch die Veränderungen tritt nicht ein, auch wenn dies subjektiv von Einzelnen so empfunden wird", teilt Pieroth auf Nachfrage mit. "Jede Veränderung beunruhigt." Eine Begründung, die unter den Bewohnern kursiert, ist, dass die Kassen keine Genehmigung mehr für die interne Pflege erteilen wollen.

Dem Heimleiter zufolge war der Rückzug aus der häuslichen Krankenpflege eng mit der AOK abgestimmt. Die Versicherung dagegen geht auf BZ-Nachfrage gar nicht auf die Veränderungen ein. Die Bewohner könnten frei wählen, mit welchem Dienst ein Vertrag geschlossen würde, schreibt Sprecher Frank Kölble. Das liest sich so, als wäre dies schon immer so gewesen. So bleiben auch Fragen nach den Gründen für die Umstellung unbeantwortet.

Darüber hinaus wird der Hausnotruf umstrukturiert. Nach BZ-Informationen ging der Notruf direkt an die Pflegekräfte, nachts gab es einen Bereitschaftsdienst im Haus. Auslösen konnten die Bewohner den Notruf durch einen Klingelzug. Ein Bewegungsmelder löste Alarm aus, wenn sich 24 Stunden keiner bewegt. Nun erhalten die Bewohner einen Handgelenks- oder Umhängesender, der den Alarm weiterleitet und mit der Notrufzentrale verbindet. Pieroth spricht von einer "zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Versorgung rund um die Uhr".

Im neuen Gebäude sollen 31 Wohnungen sein

Neben den strukturellen Veränderungen wird die Einrichtung um ein Gebäude erweitert. Dort will das St. Laurentiushaus, das Mitglied im Diözesan-Caritasverband ist, 31 Wohnungen in unterschiedlichen Größen errichten, wie Pieroth mitteilt. Die Arbeiten sollen im September beginnen, der Heimleiter geht von einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren aus. "Der Bedarf an preiswerten Wohnungen für Senioren übersteigt unser Angebot um ein Vielfaches und wächst permanent", so der Heimleiter. Die Miete für eine Ein-Zimmer-Wohnung liegt derzeit zwischen 330 und 440 Euro, eine Betreuungspauschale ist inklusive.

Während er in einem Schreiben an die Bewohner darauf hingewiesen hatte, dass das Mittagessen in den Wohnungen wegen der Vorbereitungen der Bauarbeiten eingestellt werde, teilt Pieroth der BZ mit: "Alle Mieter, die auch während der Baumaßnahme ein warmes Mittagessen in ihrer Wohnung benötigen, erhalten dies weiterhin." Die Versorgung übernehme ein externer Dienstleister. Dem Schreiben nach müssten sich die Bewohner diesen Dienstleister aber selbst suchen. Bei der Organisation verspricht Pieroth allerdings Unterstützung.