OB vor Ort

Diese Themen sind den St.Georgenern wichtig

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Di, 19. Februar 2019 um 08:44 Uhr

St. Georgen

Es ging nicht nur um Einfachwohnungen – sondern auch um Tram-Anschluss und Schulsanierung: Bei der Veranstaltung "OB vor Ort" mit Martin Horn kamen viele Wünsche der St. Georgener zur Sprache.

ei der Veranstaltung "OB vor Ort" im Stadtteil St. Georgen ging es größtenteils um die äußerst umstrittenen "Einfachwohnungen" am Fuße des Schönbergs. Oberbürgermeister Martin Horn kündigte an, dass nach Alternativen gesucht werde (siehe BZ von gestern). Aber den weit mehr als 300 Teilnehmern brannten auch noch zahlreiche andere Themen unter den Nägeln. Vor dem Gespräch mit den Bürgern hatte sich Martin Horn zudem mit rund 30 Aktiven von Vereinen und Institutionen aus dem Stadtteil getroffen.



Stubenareal:
"Was macht eigentlich die Stube?", wollte ein Bürger vom Oberbürgermeister wissen. Seit dem offiziellen Spatenstich für den lang ersehnten Umbau des historischen Gebäudes an der Blumenstraße in ein Kultur- und Vereinshaus tut sich auf der Baustelle nichts. Grund: Auf Ausschreibungen gab es nur wenige und sehr teure Angebote. Inzwischen jedoch seien acht Gewerke vergeben, berichtete Martin Horn. "Spätestens ab März wird sichtbar geschafft", versprach der OB. Martin Maier, der Vorsitzende des St. Georgener Bürgervereins, wies den Oberbürgermeister darauf hin, dass die Vereine davon ausgingen, dass sie die neuen Räumlichkeiten "kostenneutral" nutzen dürften – was Horn zusicherte.

Schulen: Viel im Argen läge an den Schulen in St. Georgen, berichteten die Elternbeiratsvorsitzenden vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) und von der Schneeburg-Grundschule. Das THG platze aus allen Nähten, so die Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Wellbrock. Selbst Kinder aus St. Georgen müssten abgewiesen werden. Zudem sei eine bereits zugesagte Sanierung der Turnhalle noch nicht erfolgt. Nach einem Wassereinbruch seien aktuell zwei Drittel der Halle nicht nutzbar. Ähnlich unzumutbare Zustände herrschten auch in der Schneeburgschule, sagte deren Elternbeiratsvorsitzende Eva-Nicole Fuisz. Sie überreichte Martin Horn ein Positionspapier und forderte eine Generalsanierung der Schule statt der Dauerprovisorien. Der Oberbürgermeister wollte für beide Schulen nichts versprechen, meinte aber, es sei nötig, ein gesamtstädtisches Konzept für die nächsten zehn Jahre aufzustellen, um die an vielen Schulen in Freiburg nötigen Sanierungen voranzubringen und zu priorisieren.

Freibad: Verwundert zeigte sich ein Teilnehmer der Veranstaltung über Bauarbeiten, die derzeit am St. Georgener Freibad laufen – dort entstehe ein "Klotz", berichtete er. Bürgervereinsvorsitzender Martin Maier berichtete, dass er davon ausgehe, dass es sich um ein neues Kassenhäuschen handelt. Das bestätigte die Regio Bäder GmbH als Betreiberin. Auf Anfrage der BZ erklärte Sprecher René Derjung am Montag, dass das neue Gebäude den "provisorischen Kassencontainer" am Eingang ersetzen werde. Geplant sei auch eine Überdachung, die "beim Anstehen angenehmen Schatten spendet".

Verkehr: Beim Thema Verkehr ging es ebenfalls um das Freibad. Der Übergang an der Andreas-Hofer-Straße zur Schwimmbad-Zugangsstraße "Am Mettweg" sei sehr gefährlich, sagte ein Mann. Dort fehle eine Ampel oder zumindest ein Zebrastreifen, meinte er – Horn will das Anliegen ans städtische Garten- und Tiefbauamt weiterreichen. Beim nach wie vor fehlenden Straßenbahnanschluss nach St. Georgen forderte der Bürgervereinsvorsitzende Martin Maier endlich eine Machbarkeitsstudie. Zudem müssten alle möglichen Trassen unbedingt von einer weiteren Bebauung freigehalten werden. Und bis zum Straßenbahnbau sei es wichtig, dass die Anschlüsse zwischen den bestehenden Linien und dem Bus funktionierten und auf jede Bahn ein Bus folge, sagte Maier. OB Horn teilte mit, dass er im Gespräch mit der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) sei, auch über mögliche "attraktive Zwischenlösungen". Zu viel Hoffnung auf eine baldige Realisierung der Straßenbahn wollte Horn den Bürgern nicht machen, auch wenn der Bedarf da sei: Die finanziellen Mittel seien begrenzt.

Freiflächen: Vermisst werden in St. Georgen auch Freiflächen und Parks. "Wir brauchen ein Grünkonzept", forderte Klaus Binder, der bereits 2011 bei den "Stadtteilleitlinien" gemeinsam mit den Bürgern Visionen für ein "grünes Band" erarbeitet hat. Keinesfalls, so sagte auch eine Mutter, dürfe die Freifläche neben dem Jugendzentraum Juks bebaut werden - diese sei die einzige Möglichkeit für Familien, sich zu treffen. Abhilfe versprach Martin Horn bei der zunehmenden Vermüllung der Rebhänge. Er kündigte an, dass erstmals die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) in einem Pilotprojekt auch außerhalb des Stadtkerns eigene Mülleimer aufstellen und diese in den Sommermonaten ein bis zweimal pro Woche leeren werde.