Freiburg

Was die Festnahme des Tatverdächtigen im Fall Maria L. ausgelöst hat

Frank Zimmermann, Joachim Röderer

Von Frank Zimmermann & Joachim Röderer

So, 04. Dezember 2016 um 21:08 Uhr

Freiburg

Die Freiburger Polizei hat die Tötung von Maria L. geklärt und einen jungen Flüchtling aus Afghanistan festgenommen. Dies verursachte Internethetze sowie eine Demonstration in Freiburg.

Sonntag, 16 Uhr, Münsterplatz Freiburg. Es ist der Tag danach. Der Kreisverband der AfD hat zur Demo "gegen die Merkel’sche Politik" geladen. Denn nach Lesart der AfD ist die 19 Jahre alte Studentin Maria L. ein "Opfer der Willkommenskultur" der Kanzlerin geworden. Maria L. wurde am 16. Oktober nachts, auf dem Heimweg von einer Party, vergewaltigt und getötet. Seit Freitag sitzt ein laut Polizei 17 Jahre alter afghanischer Flüchtling, der vor einem Jahr allein nach Deutschland kam, wegen dringenden Tatverdachts in Haft.

Dem Aufruf der Rechtspopulisten sind gerade mal 15 überwiegend ältere Männer gefolgt, auf dem Münsterplatz halten sie Kerzen und Grablichter in der Hand, einer ein Deutschlandfähnchen. "Wir sind empört über den Mord an Maria L. und darüber, dass es sich um einen Asylbewerber handelt", sagt ein älterer Herr, der seinen Namen nicht nennen möchte. Das will niemand von ihnen, nur Reimond Hoffmann von der Jungen Alternative, Bundestagskandidat der AfD im Wahlkreis Rottweil/Tuttlingen, legt Wert darauf, dass sein Name bekannt ist. Er schimpft auf Merkels Politik.

Als er, auf dem Rand des Fischbrunnens stehend, seine Mütze abnimmt und zur Rede ansetzen will, brüllen und pfeifen ihn mehr als 300 Gegendemonstranten nieder. Unter ihnen viele junge Menschen, Vertreter der Antifa und verschiedener Parteien. "Freiburg braucht keine AfD", "Hetzerpack" und "Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben", rufen sie. Die Kräfteverhältnisse sind, dieser Demo zufolge, so wie schon immer in Freiburg.

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