Konzerthaus

Lamparter vom SWR-Symphonieorchester erklärt, was es mit dem Patchday auf sich hat

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Mi, 26. Juni 2019 um 11:20 Uhr

Freiburg

Das SWR-Symphonieorchester lädt am Sonntag, 7. Juli, zum Patchday ins Freiburger Konzerthaus ein. Wolfram Lamparter freut sich vor allem auf "Peter und der Wolf" mit einem Fünf-Sinne-Parcours.

Der Eintritt zum Patchday ins Konzerthaus ist kostenlos. Anja Bochtler sprach darüber mit Wolfram Lamparter (57), der mit einer Kollegin für die Musikvermittlung des SWR-Symphonieorchesters zuständig ist.

"Wir wollen mit unserer öffentlich-rechtlichen Finanzierung breite und niedrigschwellige Angebote machen. Das gehört auch zu unserem Kulturauftrag."

BZ: Manche gehen in klassische Konzerte, sehr viele andere nicht. Ist der Patchday nicht nur ein kostenloses Zusatzangebot für diejenigen, die ohnehin regelmäßig ins Konzerthaus kommen?
Lamparter: Bisher kamen zum Patchday immer viele zum ersten Mal zu uns. Wir hatten drei Patchdays in Freiburg, bevor das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg 2016 fusioniert wurden. Wir wollen die Patchdays nun jedes Jahr abwechselnd in Freiburg und Stuttgart anbieten, kommendes Jahr wegen des Stadtjubiläums aber nochmals in Freiburg. Oft kommen Familien, die nicht unsere herkömmlichen Konzerte besuchen können. Ob sie unsere Gäste von morgen werden, wird sich noch zeigen müssen. Doch wir wollen mit unserer öffentlich-rechtlichen Finanzierung breite und niedrigschwellige Angebote machen. Das gehört auch zu unserem Kulturauftrag.

BZ: Aber beim Patchday entscheiden die Eltern, ob sie mit ihren Kindern kommen oder nicht. Ist da mit anderen Ihrer Angebote, zum Beispiel den Kinderkonzerten für Schulklassen, nicht eher garantiert, dass wirklich alle erreicht werden?
Lamparter: Auch da gibt es Hürden, vor allem den Eintritt. Der Patchday dagegen ist kostenlos. Bei den Schulklassen spielt es auch immer eine Rolle, ob ihnen die Termine passen, und natürlich die jeweiligen Inhalte der Konzerte. Unsere acht Aufführungen von "Peter und der Wolf" im Frühling waren schnell voll – damit startet nun auch der Patchday. Der Sprecher ist Ralph Caspers, der Moderator der "Sendung mit der Maus". Das war mein Wunsch, weil ich ihn sehr professionell und unprätentiös finde.

BZ: Welches der Angebote beim Patchday würden Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen?
Lamparter: "Peter und der Wolf" mit einem Fünf-Sinne-Parcours ist wirklich toll. Aber der eigentliche Höhepunkt ist das große Patchkonzert ab 17 Uhr, das ungefähr eineinhalb Stunden dauern wird. Es besteht aus drei Teilen: Zuerst sind 80 Kinder der Musikschule zusammen mit SWR-Musikern auf der Bühne, sie spielen Werke von Edvard Grieg, Georges Bizet und Dmitri Schostakowitsch. Danach kommt ein zweites Mitspielkonzert, diesmal mit Erwachsenen. 40 Erwachsene und ebenso viele Profi-Musiker spielen den "Feuervogel" von Igor Strawinsky. Zum Abschluss tritt das SWR-Symphonieorchester allein auf mit "Don Juan" von Richard Strauss. Das Mitmachen bei zwei von den drei Elementen ist für uns ganz wichtig, schließlich ist es ein Patchday – aus verschiedenen bunten Flicken zusammengesetzt wie eine Patchwork-Familie.
Patchday: Sonntag, 7. Juli, im Konzerthaus, Konrad-Adenauer-Platz. 14 und 15.30 Uhr: Familienkonzert "Peter und der Wolf" für Kinder ab fünf Jahren und ihre Familien.

17 Uhr: Patchkonzert mit Mitspielkonzerten mit Kindern und Erwachsenen und zum Abschluss dem SWR-Symphonieorchester. 19.30 Uhr: Classic reloaded, Klassiklounge mit Videoprojektionen und Liveacts mit Mitgliedern des SWR-Symphonieorchesters. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, allerdings sind Einlasskarten nötig, die es beim BZ-Kartenservice, Kaiser-Joseph-Straße 229, gibt. Die Karten können nur persönlich abgeholt werden (ab dem 1. Juli), es werden maximal zwei Karten pro Person ausgegeben.