Zerrissen zwischen Musik und Politik

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Sa, 16. August 2008

Freiburg

LEUTE IN DER STADT: Die georgische Pianistin Mzia Jajanidze ist eigentlich unpolitisch, fühlt aber patriotisch und spielt Mussorgski

Ein Foto zeigt Mzia Jajanidze 2003 in Nordkorea, umringt von den Musikern des Moskauer Kammerorchesters. Als die Georgierin damals bei einem Wettbewerb gewann, riefen die russischen Kollegen: "Bravo, Georgien!" Fünf Jahre später vollendet die 26-jährige ihre Ausbildung als Solopianistin an der Freiburger Musikhochschule – und ist in der Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Georgien und Russland völlig verstört: Alles Russische schmerzt – und ist doch in ihrer georgischen Biografie speziell wichtig.

Aufgewachsen im georgischen Kutaisi, ist Mzia Jajanidze mit ihrer Schwester auf Wunsch der hochgebildeten Eltern dort auf eine russische Schule gegangen. Damals gehörte Georgien noch zur Sowjetunion – zur russischen Kultur gab’s keine Hürde. "Nicht nur die Konflikte haben eine lange Tradition zwischen den beiden Ländern", erzählt Mzia Jajadnize, "auch die kulturelle Nähe zwischen den beiden Ländern ist uralt." Beispiele? Mzia Jajanidze lächelt: ...

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