Zocken für eine gute Sache

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 26. September 2018

Freiburg

Freiburger Kinder testen Computerspiele für bundesweiten Preis.

FREIBURG (BZ). Zwei Wochen lang werden derzeit in den Freiburger Stadtteilbibliotheken in Haslach und Rieselfeld sowie in der Computer-Spiel-Schule des Jugendhilfswerks 40 elektronische Spiele getestet, die für den "Tommi", den Deutschen Kindersoftwarepreis 2018, nominiert sind. Er wird Mitte Oktober offiziell vergeben. Bei einer internen Abschlussveranstaltung für die jungen Tester und ihre Eltern in der Rieselfelder Mediothek werden schon am Samstag die Freiburger Favoriten vorgestellt und die Juroren mit Urkunden und kleinen Preisen bedacht.

Im offiziellen Auftrag am Computer zocken – das dürfte für viele Kinder und Jugendliche ein Traum sein. Für 25 junge Testerinnen und Tester, die sich dafür vorab angemeldet haben, wird er derzeit wahr. Denn sie sind, wie die Stadtverwaltung informiert, Teil der bundesweiten Jury, nach deren Testergebnissen bei der Frankfurter Buchmesse am 12. Oktober die besten elektronischen Spiele und Apps mit dem deutschen Kindersoftwarepreis "Tommi" 2018 gekürt werden. Vorab wurden die Spiele bereits von einer Fachjury begutachtet, der unter dem Vorsitz des Medienpädagogen Thomas Feibel 20 Vertreter von Universitäten, Print- und Onlinemedien angehören. Für die Teilnahme an der "Tommi"-Kinderjury konnten sich deutschlandweit alle öffentlichen Bibliotheken bewerben. In Baden-Württemberg erhielten Freiburg, Biberach und Ludwigsburg den Zuschlag.

Beim Auftakt am Samstag, 15. September, erhielten die 25 jungen Freiburgerinnen und Freiburger im Alter zwischen 6 und 13 Jahren alle Infos zu ihren Aufgaben und durften gleich erste Spiele und Apps ausprobieren. Die Testphase in den beiden Stadtbibliotheks-Filialen und beim Jugendhilfswerk dauert noch bis zum Freitag dieser Woche. Die 25 Tester können kommen, wann und wie lange sie Zeit haben – und wie lange die Eltern es erlauben, laut städtischer Pressestelle meist rund eine Stunde am Nachmittag.

40 neue Spiele mit den Altersfreigaben "USK 0" (ohne Altersbeschränkung) oder "USK 6" (ab 6 Jahren) werden gespielt und auf Testbögen bewertet. Zudem gibt es einige "freie Tester" – Mädchen und Jungen, die nur einzelne Spiele testen wollten. Dabei geht es um PC-Spiele, elektronisches Spielzeug, die Konsolen PS4, Switch und 3DS sowie Apps. Die Bandbreite reicht von Apps wie "Lesestart" (zum Lesenlernen) bis zu "Project Highrise", bei dem Kinder ein Hochhaus bauen und managen. Es gibt Bus- und Eisenbahn-Simulationen sowie Fortschreibungen bewährter Titel wie "Super Mario Odyssee" und "Mario Tennis Aces".

An den Vormittagen nahmen zudem insgesamt 17 Klassen von der 3. bis zur 6. Klasse an medienpädagogischen Workshops rund um die Spiele teil.

Hintergrund der Spielebewertung ist das Ziel, gute Apps, Computer- und Konsolenspiele sowie elektronisches Spielzeug einem größeren Publikum bekanntzumachen und den Eltern damit einen Überblick im Spiele-Dschungel zu verschaffen. Der Kindersoftwarepreis "Tommi" will nach eigenen Angaben Eltern helfen, "ihre Kinder im Medienzeitalter zu fördern und zu begleiten". Ingesamt rund 3600 Kinder sind in die Jurytätigkeit einbezogen und sollen so zum kritischen Umgang mit Computer- und Konsolenspielen erzogen werden. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey und wird mit weiteren Partnern organisatorisch getragen vom Family Media Verlag in Freiburg und dem Büro für Kindermedien Feibel in Berlin.