Rotlicht

Freiburger Sexgeschäfte: Wer profitiert vom Bordellkonzept?

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Fr, 20. März 2015 um 18:33 Uhr

Freiburg

Der FKK-Palast dominiert Kritikern zufolge das Geschäft, Frauen verdienen weniger, der Ton ist rauer: In Freiburg wurde vor zwei Jahren das Bordellkonzept eingeführt. Was hat es wem gebracht?

Ende 2012 hat das Rathaus ein Konzept erarbeitet, in dem rechtsverbindlich Bordellstandorte ausgewiesen wurden. Was das gebracht hat? Die Polizei ist zufrieden, weil sie bessere Kontrollmöglichkeiten und eine rechtliche Handhabe hat; die Zahl der Etablissements hat sich deutlich verringert. Freier, Prostituierte und Sozialarbeiterinnen sehen keine Verbesserungen. Das Konzept sei nur baurechtlich und ordnungspolitisch gedacht, das Wort "Frau" komme darin gar nicht vor, kritisiert Simone Heneka von der Beratungsstelle Pink: "Den Frauen hat das gar nichts gebracht."

In Freiburg arbeiten schätzungsweise 150 bis 200 Prostituierte in Bordellen, bordellähnlichen Betrieben oder Terminwohnungen (wo Frauen arbeiten und zeitweise wohnen). Deren Zahl ist seit 2012 deutlich zurückgegangen. Die Polizei geht aktuell von 50 bis 60 Betrieben aus. Allerdings hatte die Stadtverwaltung 2014, basierend auf der gewerberechtlichen Anmeldung, inklusive erotischer Massagestudios "nur" noch 39 Sexbetriebe erfasst. 2013 waren es 43, im Jahr davor 67 (ohne Massagestudios).

Neue wurden nicht zugelassen
Illegale Etablissements hat das Baurechtsamt sukzessive schließen lassen, neue wurden nicht zugelassen. Als ein Inhaber mehrerer Bordelle vor einiger Zeit in der Wiesentalstraße einen "Hühnerstadel" eröffnen wollte, wusste die Stadt dies baurechtlich zu verhindern. ...

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