Der swingende Melancholiker

Helmut Böttiger

Von Helmut Böttiger

Sa, 14. Juli 2012

Literatur

"Ein deutsches Leben": Rolf Hosfelds genaue Biografie von Kurt Tucholsky und dessen innerer Zerrissenheit.

So richtig entdeckt worden ist der 1935 gestorbene Kurt Tucholsky erst wieder in den sechziger Jahren, als es den Bundesdeutschen schon wieder ganz gut ging und sein scharfzüngiger, frecher und leichter Ton in das Lebensgefühl der Swinging Sixties zu passen schien. Die Musik der Beatles, die Ausstrahlung etwa John Lennons und eine bezaubernde Liebesgeschichte wie "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky – das lag plötzlich auf einer Linie. Vielleicht hat auch der Biograph Rolf Hosfeld, geboren 1948, hier ein Schlüsselerlebnis gehabt. Denn sein Buch über Kurt Tucholsky setzt nicht mit Vorgeschichte, Beruf des Vaters und Geburt des Protagonisten ein, sondern mittendrin: im August 1911, als der Jurastudent Kurt Tucholsky und die Medizinstudentin Else Weil im D-Zug von Berlin nach Löwenberg sitzen und von dort mit der Kleinbahn in das Residenzstädtchen Rheinsberg am Grienericksee fahren – das klingt alles gleichzeitig preußisch und fast heiter, geradezu fontanisch, und so ...

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