Roman von Sibylle Berg

"Vielen Dank für das Leben": Toto, der Held

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Sa, 18. August 2012

Literatur

Sibylle Berg hält in ihrem bisher umfangreichsten Roman "Vielen Dank für das Leben" Gericht über den Zustand der Welt.

Sibylle Berg teilt gern aus. Ihre Waffe ist die Kolumne – oder, in Zeiten des Internets, der Blog; zurzeit gibt sie ihre Meinungen bei Spiegel online kund. Wenn man Sibylle Bergs neues Buch liest, drängt sich die Erkenntnis auf, diese Waffe diene der Notwehr: gegen das Leben – in seiner Unzulänglichkeit. Der Titel des Romans, mit 400 Seiten das bisher umfangreichste Werk der Autorin und damit fast so etwas wie ein Opus Magnum, ist purer Hohn: "Vielen Dank für das Leben". Wer soll hier wem danken für diese Hölle auf Erden? Schwärzer und hoffnungsloser lässt sich das Dasein hienieden kaum fassen. Frau Berg, wie sich die Schriftstellerin selbst tituliert, ist so etwas wie der weibliche deutsche Michel Houellebecq – und ihr Roman eine gnadenlose Abrechnung mit den Gesellschaftsordnungen, die die 1962 in Weimar geborene Tochter einer alkoholkranken Bibliothekarin kennengelernt hat: zuerst der DDR-Sozialismus, dann der vereinte Kapitalismus, der damals noch soziale Marktwirtschaft hieß.

Toto heißt der Held. Ein Held im ...

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