Gemeinderat

Friesenheim legt Flächen für Windkraft fest

Bastian Bernhardt

Von Bastian Bernhardt

Mi, 22. Mai 2019 um 12:15 Uhr

Friesenheim

Der Gemeinderat Friesenheim bestimmt drei Konzentrationszonen für neue Windräder. Die Genehmigung liegt beim Landratsamt Ortenaukreis.

Drei Flächen auf den Höhen von Friesenheim hat der Friesenheimer Gemeinderat für künftige Windräder vorgesehen. Sie befinden sich auf dem Rauhkasten mit dem Steinfirst, auf dem Schnaigbühl und auf dem Ganshart mit dem Geigenköpfle. Nur Roland Herzog (CDU) und Michael Walter (GLU) haben gegen diesen sogenannten Teilflächennutzungsplan Windenergie gestimmt.

Gemeinden in Baden-Württemberg sind angehalten, Vorrangflächen für Windenergieanlagen auszuweisen, wenn sie die Kontrolle über die Entwicklung in diesem Bereich behalten wollen. Die Planung von Friesenheim wurde nach anfangs sechs Standorten im Laufe des Verfahrens, das bereits seit sechs Jahren läuft, auf diese drei Flächen reduziert. Der Teilflächennutzungsplan muss nun noch vom Landratsamt genehmigt werden.

Die Motivationslage für die Ausweisung möglicher Windkraftstandorte im Gemeindegebiet war im Gemeinderat durchaus unterschiedlich. Roland Herzog fragte nach, ob die schließlich ausgewiesenen drei Flächen als Kann oder als Muss zu verstehen seien.

Bürgermeister sieht mehr Kontrolle

Bürgermeister Erik Weide antwortete ihm, man plane diese Flächen nicht, um Windkraftanlagen letztlich zu verhindern. "Das wäre unzulässig", so Weide. "Aber wir haben die Planung jedenfalls mehr in der Hand als vorher." Ohne Windkraft-Konzentrationszonen könnten Betreiber theoretisch überall im Gemeindegebiet unter Beachtung sonstiger Auflagen Windräder errichten. Bauamtsleiter Markus Reinbold versicherte, damit habe die Gemeinde den Drang nach Windenergie in jene Bereiche kanalisiert, wo es zumindest entsprechende Windverhältnisse gebe.

Michael Walter (GLU) sprach sich für eine verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien im Allgemeinen und Windenergie im Besonderen aus. Er wollte die Ausweisung von Konzentrationszonen anders verstanden wissen: als Öffnung für Investoren. "Ich möchte nicht, dass wir den Beschluss fassen, um die Windenergienutzung zu begrenzen", so Walter.

Martin Mußler, der für die Freien Wähler die Unterstützung für die ausgewählten Windkraftflächen zusicherte, wies Walter darauf hin, dass auch bei der Nutzung erneuerbarer Energien zunächst Energie investiert werden müsse. "So ein Windrad muss schon eine Weile laufen, bevor es seine eigene Ökobilanz infolge der Herstellung seiner Teile egalisiert hat. Das sollten auch jene Kollegen aus der grünen Abteilung sehen", so Mußler.

Kletzin sieht Windräder vor allem an der Küste

Fred Kletzin (SPD) signalisierte Zustimmung zum Teilflächennutzungsplan. Er meinte aber, wirklich sinnvoll könne die Windenergie nur an der See genutzt werden. Der Strom müsse dann über neue Leitungen in den Süden transportiert werden.