Kein Aufenthaltsvisum

Früherer SC-Freiburg-Profi Idrissou in österreichischer Abschiebehaft

dpa, sid

Von dpa & sid

Sa, 14. Dezember 2019 um 15:32 Uhr

SC Freiburg

Der frühere Fußball-Bundesligaprofi und WM-Teilnehmer Mohamadou Idrissou sitzt in Österreich in Abschiebehaft. Er hatte offenbar eine Arbeitsbewilligung aber wohl kein Aufenthaltsvisum.

Der frühere Fußball-Bundesligaprofi und WM-Teilnehmer Mohamadou Idrissou sitzt in Österreich in Abschiebehaft. Das bestätigte am Samstag der Obmann des österreichischen Viertligisten DSV Leoben, wo der 39-jährige Kameruner im Sommer angeheuert hatte. Zuvor hatte die Kronen-Zeitung berichtet.

Idrissou hätte bei dem Amateurverein spielen und nebenher einer Arbeit nachgehen sollen, sagte Clubchef Edi Lieber. Dafür hatte er auch schon ein Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung. Allerdings habe er kein Aufenthaltsvisum erhalten. Das habe mit einer Sache aus Idrissous Vergangenheit in Deutschland zu tun, sagte Lieber, ohne Details zu nennen.

Idrissou war bereits im September verschollen

"Das tut mir leid für ihn, er war so lange in Europa", sagte Lieber. "Wir hatten so eine Freude – da bietet sich jemand an, der uns weiterbringen kann, und dann endet das so".

Laut Kronen-Zeitung war Idrissou bereits im September verschollen, womöglich untergetaucht. Loeben-Trainer Ivo Gölz sagte im Oktober im Krone-Interview: "Es hat geheißen, dass er familiäre Dinge zu erledigen hat."

Immer wieder Ermittlungen gegen Idrissou

Im Februar 2016 war Idrissou wegen einer möglichen Verletzung der Unterhaltspflicht in Hannover der Prozess gemacht worden. Er soll in der Zeit vom 1. Juli bis Ende Oktober 2015 seinem in Hannover lebenden Kind keinen Unterhalt gezahlt haben, obwohl er durch ein Urteil des Amtsgerichts Hannover vom 12. April 2007 verpflichtet und aufgrund seines Einkommens dazu auch in der Lage gewesen wäre. Es soll sich um Zahlungen im fünfstelligen Bereich gehandelt haben.

Das war alles andere als sein erstes Zusammentreffen mit den Behörden. Im August 2013 war Idrissou in das Visier der Polizei geraten. Er soll seine Ex-Freundin bedroht haben.

Idrissou sollte mit Vorwürfen erpresst werden

Der Kameruner hatte in der Vergangenheit des Öfteren für Skandale und Skandälchen gesorgt. 2004 soll er angeblich seine damalige Lebensgefährtin verprügelt haben. Im Jahr 2009 ermittelte die Freiburger Staatsanwaltschaft gegen Idrissou: Damals wurde ihm vorgeworfen, er sei in einem Café ausgerastet, habe einem Angestellten das Jochbein gebrochen. Vor Gericht stellten sich die Vorwürfe allerdings als vollkommen haltlos heraus. Der Fußballer sollte mit den Vorwürfen erpresst werden. Das Verfahren wurde eingestellt.

Idrissou absolvierte 139 Bundesligaspiele (27 Tore) für Hannover, Duisburg, Freiburg und Mönchengladbach. Er kam zudem in 164 Partien (68 Treffer) in der 2. Liga zum Einsatz. Bei der WM 2010 lief Idrissou für Kamerun auf.

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