Gastronomen fordern geringeren Steuersatz

Herbert Schnäbele

Von Herbert Schnäbele

Mo, 09. Dezember 2019

Kreis Waldshut

Dehoga-Kreisstelle Waldshut sieht Chance auf Anpassung / Mitglieder bestätigen Vorsitzenden Hermann Pfau.

KREIS WALDSHUT. Der Wunsch nach einer einheitlichen Besteuerung und die Pflicht zur Aushändigung des Kassenbons waren Themen der Hauptversammlung der Dehoga-Kreisstelle Waldshut. Der Vorsitzende Herman Pfau begrüße zahlreiche Gastronomen sowie einige Ehrengäste, darunter Jutta Hurter und Doris Hertweck von der Geschäftsstelle Freiburg und als Referent Volker Bögi von der Sparkasse Hochrhein.

In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr freute sich Pfau über die Abschaffung der Vorrangprüfung bei der Fachkräftezuwanderung, eine Vereinfachung, die laut Pfau der starken Lobbyarbeit des Verbandes zu verdanken sei. Ebenfalls sei man froh über die Abschaffung des bisherigen manuellen Meldescheines zu Gunsten des neuen digitalen Meldescheines. Unverständnis äußerte er über ein beabsichtigtes Rauchverbot außerhalb von Gaststätten und sogar auf dem ganzen Betriebsgelände. "Wir können unsere Gäste zum Rauchen doch nicht zum Nachbarn schicken", sagte er. Das größte Anliegen seit laut Pfau, an einer Petition des bayerischen Dehoga für die gleichmäßige Besteuerung der abgegebenen Lebensmittel teilzunehmen. Die Chancen seien noch nie so gut wie gerade jetzt, eine einheitliche Besteuerung von sieben Prozent zu erreichen, ist Pfau der Überzeugung. Es sei, so der Dehoga-Vorsitzende, "absolut nicht nachvollziehbar, dass die Lebensmittel von Imbissständen, Fast Food-Geschäften oder Lebensmittelmärkten, bei denen durch die Verpackung eine große Umweltbelastung entsteht, nur mit sieben Prozent besteuert werden, während in Restaurants, in denen umweltfreundlich Porzellangeschirr verwendet wird, 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die abgegebenen Lebensmittel anfallen." Vor allem für die auf dem Land in der Regel wirtschaftlich schlechter gestellten kleinen Gaststätten habe das existentielle Auswirkungen, was das Gaststättensterben auf dem Land noch beschleunigen werde. Hier müsse durch den Gesetzgeber dringend eine bessere Steuergerechtigkeit hergestellt werden.

Bei der Terminvorschau wies Pfau auf die Teilnahme an der Intergastra, eine der weltweit größten Gastronomiemessen in Stuttgart am 19. Februar 2020 hin. Großes Interesse weckte Volker Bögi von der Sparkasse Hochrhein mit seinem Vortrag zum Umgang mit Kreditkarten und zum neuen Kassenwesen (Verwendung manipulationssicherer Kassensysteme). Bezüglich der Pflicht zur generellen Aushändigung des Kassenbons empfahl er, den Bon grundsätzlich auszudrucken und dem Gast anzubieten.

Doris Hertweck von der Geschäftsstelle Freiburg übernahm die Neuwahl des Kreisvorstandes, bei der bis auf Jochen Sarnow, der auf eigenen Wunsch ausschied, alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt wurden: Hermann Pfau (Vorsitzender), Thomas Zimmermann (stellvertretender Vorsitzender und Leiter Fachgruppe Gastronomie), Lorenz Baschnagel (Vorsitzender Fachgruppe Berufsbildung), Dirk Nägele (Vorsitzender Fachgruppe Tourismus und Hotellerie).