MIT GEWINN LEBEN: Schmerz lass’ nach

Sa, 01. Juni 2019

Wirtschaft

Wie man mit Zahnersatz die Steuerschuld mindert .

Gebiss, Implantat, Zahnersatz: Von der gesetzlichen Krankenkasse gibt es lediglich 50 Prozent der Kosten für eine Standardlösung. Das nennt sich "befundbezogener Festzuschuss" und bedeutet für Sie als Patient, dass Sie mindestens die Hälfte der Kosten für eine Standardlösung selbst zahlen müssen. Entscheiden Sie sich außerdem für eine Behandlungsmethode, die über dem Standard liegt, wird es für Sie noch teurer. Die gute Nachricht: Alle selbst gezahlten Kosten können Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen. Und so geht’s: Haben Sie sich für eine Behandlung entschieden, erhalten Sie von Ihrem Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan mit Angaben zum medizinischen Problem, der Behandlung und den Kosten. Diesen Plan schicken Sie vor der Behandlung an die Krankenkasse, damit diese den befundbezogenen Festzuschuss berechnet. Sagen wir, Ihr Implantat kostet 1900 Euro. Für die Regelversorgung sieht die Kasse 750 Euro vor, der befundbezogene Festzuschuss beläuft sich also auf 375 Euro. Stolze 1525 Euro müssen Sie selbst zahlen, können aber den selbst gezahlten Betrag zu Ihren außergewöhnlichen Belastungen hinzurechnen und in Ihrer Steuererklärung eintragen. Bei den außergewöhnlichen Belastungen muss man aber zunächst eine bestimmte Summe überschreiten, bevor das Geld abgesetzt werden kann. Deshalb sollten gerade Implantat-Patienten, wenn möglich, ihre Behandlung innerhalb eines Kalenderjahres bezahlen, alle außergewöhnlichen Belastungen sammeln und anschließend auf einen Schlag in ihrer Steuererklärung angeben.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe. Die VLH erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de