Gemeinderatswahl mit Premieren

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Sa, 25. Mai 2019

Bad Säckingen

In Bad Säckingen bewerben sich am Sonntag 95 Kandidaten auf sechs Wahlvorschlägen für 22 Sitze im künftigen Gemeinderat.

BAD SÄCKINGEN. 95, 6, 22, 42: Das sind die magischen Zahlen für die Gemeinderatswahl am Sonntag in Bad Säckingen. 95 Kandidaten bewerben sich auf sechs Listen für 22 Sitze im künftigen Bad Säckinger Gemeinderat und es gilt, die Wahlbeteiligung von 42 Prozent zu toppen. Ordnungsamtsleiter Markus Haag, bei dem in Sachen Wahl in Bad Säckingen alle Fäden zusammenlaufen, erwartet eine gute Wahlbeteiligung. Er spricht von großem Interesse an Briefwahl.

Die Anspannung ist Markus Haag anzumerken. Er kam im Sommer vergangenen Jahres von der Gemeindeverwaltung Inzlingen nach Bad Säckingen, seit Anfang dieses Jahres leitet er das städtische Ordnungsamt und ist somit der Herr über alle Wahlen. Die morgige Wahl ist die erste, die er zu organisieren hat. Wenn es nur eine Wahl wäre ... Es sind sechs Wahlen auf einmal, die da gestemmt werden müssen. Die Europawahl, die Kreistagswahl, die Gemeinderatswahl und die Wahl der Ortschaftsräte in Wallbach, Rippolingen und Harpolingen. Für Europa sind in Bad
Säckingen – Stand Freitag 12 Uhr – 12 040 Menschen wahlberechtigt, für den Kreistag 13 798 und den Gemeinderat 13 728. Für alle drei Wahlen wurden je mehr als 2300 Anträge auf Briefwahl gestellt. Das ist laut Haag ein sehr hoher Wert.

Die Europa- und die Ortschaftsratswahlen werden noch am Sonntagabend ausgezählt. Wobei die Ergebnisse der Ortschaftsratswahlen im Bad Säckinger Rathaus erst am Montagvormittag überprüft werden. Erst dann wird die Sitzverteilung feststehen. Am Montag wird laut Haag zunächst der Kreistag ausgezählt und dann der Gemeinderat. Wie bei den vorangegangenen Wahlen ist die Stadt eingeteilt in 13 Wahlbezirke – acht in der Kernstadt, je einen in den Ortsteilen und deren zwei für die Briefwahl.

Es ist dies die erste Gemeinderatswahl in Bad Säckingen seit der Gemeindereform in den 1970ern ohne unechte Teilortswahl. Und es ist die erste, bei der sich sechs Wahlvorschläge um Sitze bewerben. Der Verzicht auf die unechte Teilortswahl bedeutet, dass keinem der Ortsteile mehr eine garantierte Zahl an Sitzen zusteht; er bedeutet aber auch, dass die Zahl der Gemeinderäte auf 22 festgeschrieben ist. Es wird definitiv keine Überhangmandate geben.

Um die 22 Sitze bewerben sich insgesamt 95 Kandidaten auf sechs Listen. Volle Listen mit jeweils 22 Bewerbern haben die CDU, die Freien Wähler und die Grünen nominiert, die SPD hat 16 Kandidaten aufgeboten, die Linke deren sieben und die UBL sechs. Die Unabhängige Bürger Liste ist wie mehrfach berichtet eine Abspaltung von der SPD. Die beiden früheren SPD-Stadträte Frank van Veen und Hartmut Fricke, die derzeit gemeinsam mit Stefan Riedl als Unabhängige Stadträte dem Gemeinderat angehören, führen die Liste der UBL an. Stefan Riedl kandidiert ebenso nicht mehr wie Sozialdemokrat Hidir Gürakar und Christine Oechslen von der CDU. Alle anderen acht amtierenden christdemokratischen Stadträte treten ebenso wieder an wie die vier Vertreter der Freien Wähler und der Grünen und Angelo de Rosa von den Linken. 24 der 95 Kandidaten kommen aus einem der drei kleinen Ortsteile, so dass die Chance besteht, dass auch künftige alle vier Ortsteile im Rat vertreten sind.

Kurzporträts der Kandidaten unter mehr.bz/kandidaten2019