BZ-Interview

Grippe-Saison: Wie man schlimmen Keimen entkommen kann

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Mo, 24. Oktober 2016 um 14:06 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Kaum werden die Tage kürzer, lauern die Erkältungsviren an jeder Ecke. Die Angst vor den unsichtbaren Krankheitserregern ist groß, selbst im Haushalt wird mit antibakteriellen Mitteln aufgerüstet. Zu Recht?

Diese und andere Fragen werden derzeit auf dem Fachkongress zu Infektionsprävention und Hygiene in Freiburg diskutiert. Claudia Füßler hat mit Ernst Tabori, ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, gesprochen.

BZ: Herr Tabori, die Erkältungssaison hat begonnen, Ärzte rufen dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen – was kann ich selber tun, um den krank machenden Keimen zu entkommen?
Tabori: Sie müssen ihnen ja überhaupt nicht entkommen. Wichtig ist, dass die Keime nicht dorthin gelangen, wo sie Schaden anrichten können. Das ist hauptsächlich Ihre Nase. Eine sehr schlaue und überaus wirksame Maßnahme ist also regelmäßiges Händewaschen.

BZ: Was genau heißt regelmäßig? So und so oft am Tag?
Tabori: Nein, nicht nach einem bestimmten Turnus, sondern situationsbezogen. Nach der Toilette, vor dem Essen, nach dem Husten oder Niesen – wobei man Letzteres sowieso nicht in die Hand tun sollte, sondern in die Armbeuge. Auch nach dem Naseputzen ist es angebracht, sich die Hände zu waschen, ebenso wenn man nach Hause oder ins Büro kommt. Überall dort, wo man etwas isst oder sich an der Nase kratzt. Das machen wir einer Studie zufolge übrigens bis zu 400 Mal am Tag. Daran ist grundsätzlich nichts Unhygienisches oder Unanständiges. Aber es macht einem klar, welch bedeutsame Rolle die Hände dabei spielen, wenn wir uns einen Schnupfen einfangen.

BZ: Welche Keime sind denn für den Schnupfen verantwortlich?
Tabori: Meist sind es Rhinoviren, von denen es allein schon mehr als 100 Varianten gibt. Daneben aber auch Corona- und Adenoviren sowie respiratorische Synzytial-Viren, kurz RS-Viren. Die Erreger wollen an ihre Zielzellen in der Nase und in den Atemwegen gelangen. Wir holen sie uns an der Haltestange in der Straßenbahn oder dem Handlauf der Rolltreppe – vor uns war einer da, der selbst ...

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