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Hörsturz

Wenn man auf einmal nur noch wie durch Watte hört

Der Hörsturz wird mehr und mehr zur Volkskrankheit. Viele Krankenkassen weigern sich, die Therapie bei Hörsturz zu bezahlen – angeblich mangels erwiesener Wirksamkeit.

  • Verschwundene Töne: Betroffene hören plötzlich nur noch schlecht oder gar nichts mehr. Foto: Axel Kock/Markus Bormann (adobe.com)

Auf einmal klang der Chef so komisch: Ihren ersten Hörsturz erlebte Anke Pfister ihm Dienst, am Telefon. Liegt wohl an der schlechten Handyverbindung, dachte die Bankangestellte zunächst, als sie die Anweisungen des Abteilungsleiters auf einmal wie durch Watte vernahm. Als sie danach auch mit dem bloßen Ohr kaum noch hörte, ging sie zum Arzt. "Natürlich hat man riesige Angst, sein Gehör zu verlieren", sagt die heute 62-Jährige. Eine Infusion sollte damals helfen und die angeblich kritische Durchblutung in dem Organ verbessern. 20 Jahre und ein paar weitere Attacken später legt sie bei einem Hörsturz nur noch die Beine hoch und wartet ab – telefonieren kann sie mit dem malträtierten Ohr ohnehin nicht mehr.

Vor 70 Jahren entdeckte die Medizin das Phänomen, dass völlig gesunde Menschen auf einem Ohr plötzlich nichts mehr hören. Jährlich sind in Deutschland mehr als 200 000 Menschen von einem solchen Hörsturz betroffen. Es gibt noch viele Unbekannte: "Wir wissen nicht genau, was dabei im Ohr passiert", sagt der Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung der Uniklinik Halle, Stefan Plontke. Natürlich gibt es Theorien. Um die leisen Töne, die im Innenohr ankommen, fürs Gehirn als Stromsignale verständlich zu machen, so die aktuelle Hypothese, werden die Impulse von den Sinneszellen verstärkt. Das elektrische Potenzial im Innenohr sorgt dafür, dass die geladenen Teilchen besonders schnell ...

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