Görwihl

Das Warten aufs Feuerwehrhaus hat sich gelohnt

Peter Schütz

Von Peter Schütz

So, 20. Oktober 2019 um 16:18 Uhr

Görwihl

Das neue Gebäude ist am Samstag eingeweiht worden. Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow spricht von einem Neubeginn für die Wehrleute.

Das neue Feuerwehrhaus in Görwihl ist am Samstag feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben worden. Es dient den Abteilungen Görwihl, Rüßwihl und Segeten, die zusammen den Ausrückebereich Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Görwihl bilden, sowie der Jugendfeuerwehr Görwihl-Süd als Domizil. "Das ist ein Neubeginn für die Feuerwehr", bemerkte Bürgermeister Carsten Quednow vor vollem Haus.

Abteilung musste lange warten
Zwar habe die Abteilung Görwihl lange warten müssen, um aus der Hotzenwaldhalle mit ihren beengten Verhältnissen ausziehen zu können. Dies habe anfänglich zu Unmut geführt, blickte Quednow zurück. Er verteidigte aber die Vorgehensweise, zuerst die anderen Abteilungen "zukunftsfähig" zu machen. "Wir haben niemanden vergessen und immer betont, dass die Abteilung Görwihl die letzte ist, die versorgt wird", blickte er zurück. Quednow bedankte sich bei Gesamtkommandant Thomas Mutter, der viel zum Gelingen des Projektes beigetragen habe. "Die letzten zwei Jahre waren eine klasse Zeit", sagte er, "es ist alles ausdiskutiert worden". Seinen Dank richtete er auch an das Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Waldshut für die finanzielle Unterstützung von insgesamt 775 000 Euro. Quednows Appell an die Feuerwehrleute: "Zeigt Teamgeist und löst die Probleme intern." Zum Feuerwehrhaus sagte er: "In diesem Gebäude ist nichts verbaut, was Luxus ist. Was hier vorhanden ist, ist Stand der Technik."

Architekt Peter Schanz erklärte: "Trotz des engen Kostenrahmens können wir heute das Gebäude termingerecht übergeben." Es sei "prägnant und funktional gestaltet, energetisch ein Vorzeigeobjekt". Das Haus sei solide gebaut, verfüge über eine moderne Funkanlage sowie über einen Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 100 000 Litern Wasser. Und: Alle Bewegungsabläufe seien kreuzungsfrei konzipiert worden. Sein Fazit: "Dieses Feuerwehrhaus aus kann sich überregional sehen lassen."

Dank an fleißige Helfer
Schanz bedankte sich bei den Handwerkern für die "sehr gute Zusammenarbeit", bei den Vertretern der Feuerwehr für die "konstruktiv-kritische Auseinandersetzung" sowie bei seinen Mitarbeitern Marion Tröndle (Entwurf) und Bastian Baunach, der die Bauleitung vor Ort hatte. Pascal Elke, Kommandant der Abteilung Görwihl, sagte: "Wir sind ein gutes, starkes Team. Das Gerätehaus kommt zur richtigen Zeit." Elke hob die drei Kameraden Georg Masuch, Christof Mutter und Thomas Mutter für deren besondere Unterstützung während der Bauphase hervor. Ein Dank erging auch an Cornelia Mutter, Isabelle Butz, Silvia Hintz und Petra Huber, die im Rathaus tätig waren und sind.

Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger äußerte sich überzeugt, "dass das neue Haus eine gute Atmosphäre und einen guten Teamgeist fördern wird". Die Bildung der drei Ausrückebereiche Nord, Mitte und Süd zeige, dass man in Görwihl erkannt hat: "Man ist nur gemeinsam stark." Die Einweihung wurde von der Hotzenwald-Bauernkapelle Görwihl musikalisch begleitet.

Zur Baugeschichte: Nach dem Spatenstich im Juni 2018 war der Rohbau des neuen Feuerwehrgebäudes in Görwihl erstmals im April des vergangenen Jahres anlässlich eines Richtfests öffentlich zugänglich. Es handelt sich um ein Energieeffizienzhaus. Beheizt wird es durch eine Wärmepumpe. Der dafür benötigte Strom wird größtenteils aus einer Photovoltaikanlage gewonnen.

Untergebracht sind rund 100 Feuerwehrmänner und -frauen der Abteilungen Görwihl, Segeten und Rüßwihl, die zusammen den Ausrückebereich Mitte der Gemeinde Görwihl bilden. Insgesamt stehen den drei Abteilungen rund 860 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung Auch die Jugendfeuerwehr hat dort ihr neues Domizil. Die Kosten: rund 2,1 Millionen Euro, davon 1,5 Millionen Euro reine Baukosten.