Standortnachteil

WALDGEIST: Aus weich mach hart

Michael Krug

Von Michael Krug

Sa, 15. Juni 2019

Görwihl

Da waren sie wieder, die Schlagwörter, die die Region seit Jahren oder Jahrzehnten beschäftigen: Internet und Verkehrsanbindung. Sie liegen Danny Brodbeck, dem Chef von irobotics, schwer im Magen. Der Hersteller robotergesteuerter Automatisierungsanlagen in Niederwihl hat es trotzdem geschafft, trotz eines lahmen Internets, trotz einer immer noch Jahre entfernten fertigen Hochrheinautobahn. Aber diese Standortnachteile kann sich die Region nicht länger erlauben. Darum wird es allerhöchste Zeit, dass der Ausbau des Backbonenetzes des Kreises vorankommt, ist es gut, dass Görwihl als die Hotzenwaldgemeinde mit der meisten Industrie bei diesem Rennen ganz weit vorne mit im Boot sitzt. Und solange die Autobahn nicht kommt, müssen Unternehmen in der Region andere Vorteile bieten, müssen nicht nur auf ihrem Gebiet erfinderisch sein, sondern auch bei dem, was sonst noch zu einem Arbeitsumfeld führt, in dem man gerne arbeitet – und damit den monetären Verlockungen trotzt, die es jenseits des Rheins gibt. Weiche Standortfaktoren nennt man das auch. Bietet ein Arbeitgeber die in ausreichender Zahl an, wird er auch in diesem schwierigen Umfeld bestehen können. Man muss nur weich genug sein, um hart werden zu können.