Beliebt bei Bürgern und Beschickern

Daniel Hengst

Von Daniel Hengst

Do, 19. September 2019

Gottenheim

Der Gottenheimer Wochenmarkt besteht seit fünf Jahren / Viele schätzen gleichermaßen das Angebot und die Atmosphäre.

GOTTENHEIM. Beim ersten Wochenmarkt nach der Sommerpause im Gottenheimer Rathaushof herrschte Dorffeststimmung. Das spätsommerliche Wetter bot beste Bedingungen für die Feier des fünfjährigen Bestehens des Marktes. Wie bereits am allerersten Markttag spielte der Musikverein. Nach sechswöchiger Pause kamen viele zum Einkaufen, Plaudern und Genießen.

"Der Markt ist ein voller Erfolg. Wir sind sehr zufrieden, und man kann wirklich von einer Erfolgsgeschichte sprechen", sagte Bürgermeister Christian Riesterer über den Wochenmarkt, der immer dienstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet hat. Zu den regelmäßigen Kunden gehört Alexandra Schulz. "Ich schätze es, regionale Produkte kaufen zu können. Durch den nahen Weg zum Markt kann ich auch das Auto zu Hause stehen lassen. In Gottenheim haben wir keinen Metzger mehr, auf dem Markt schon. Man trifft immer viele Menschen, und oft kaufe ich dann mehr, als ich eigentlich benötige", so die Gottenheimerin. "Beim Bäcker, Metzger und auch am Gemüsestand kaufe ich wöchentlich ein, Fisch und Oliven eher wechselnd. Wenn ich das lokale Angebot nutze, dann unterstütze ich nicht nur regionale Betriebe, sondern sogar lokale aus dem Dorf. Und das ist besonders wichtig. Zudem hat das Rathaus zu den Marktzeiten geöffnet, es ist möglich, dort etwas nachzufragen oder Behördengänge zu erledigen", sagte Stephanie Hagemann. Seit Beginn dabei ist Joscha Maurer, der Antipasti anbietet. "Es hat sich alles sehr positiv entwickelt. Anfangs gab es einen Aufschwung, dann ließ es etwas nach auf dem Markt, die Tendenz ging aber bald wieder nach oben. Für einen Markt muss man sich schon zwei Jahre Zeit lassen, um zu sehen, wie erfolgreich er wird. Und er ist erfolgreich. Das Besondere ist sicher die Stimmung mit dem Weinstand und, dass nachmittags auch immer viele Kinder hier sind", so Maurer. Der Gottenheimer Markt sei zwar der kleinste, den das Familienunternehmen beschickt, er rechne sich aber trotzdem.

"Wir sind zufrieden", sagte Helga Präg vom Gottenheimer Obst- und Gemüselädele. "Auf dem Markt sind viele Stammkunden, gerade die älteren Besucher. Wenn das Wetter passt, ist es für uns Marktbeschicker immer besonders gut", so die Gottenheimerin, die seit dem ersten Markttag dabei ist. "Sich hinter den Marktstand zu stellen und die eigenen Produkte zu verkaufen, das macht wirklich Spaß", sagte Agathe Hagios vom Apfel- und Kartoffelparadies mit Hausbrennerei, die immer wieder auch Kunden aus den Umlandgemeinden wie Umkirch, Bötzingen, March, Merdingen und Ihringen sieht.

Die Unternehmen aus dem Dorf zu unterstützen und damit auch den Markt als Treffpunkt zu erhalten, das ist auch Markus Maurer, der im Ort ein Sanitärgeschäft betreibt, sehr wichtig. Er oder seine Frau Ines sind eigentlich jede Woche da. Vor allem ein Marktbrot bei der Bäckerei gelte es zu kaufen und auch Obst sowie Gemüse. "Hier kann ich meine Lebensmitteleinkäufe für die ganze Woche machen. Ich treffe immer jemanden zum Unterhalten, das ist auch sehr wichtig", so Renate Mesler.

Der Markt hat sich im Laufe der Jahre verändert. Als in die Bürgerscheune ein neues Glastor eingebaut wurde, kam dieser Bereich hinzu. Seither gibt es im Winter auch einen warmen Unterstand. Die Spielegruppe für Senioren ist vom Probelokal des Akkordeonspielrings in den rechten Teil der Bürgerscheune umgezogen, um so dienstags direkt im Anschluss auf den Markt gehen zu können.

Die Sommerpause werde künftig kürzer und sich auf den August beschränken, so Riesterer. "Unser Markt ist eine Gelegenheit, regionale Produkte vor Ort im eigenen Dorf zu kaufen. Die Menschen treffen sich hier auch zum Unterhalten, Neuigkeiten austauschen, setzen sich an die Tische und trinken eine Schorle oder ein Glas Wein. Oft wird dann gleich ein Teil des Einkaufs gegessen", so der Bürgermeister.

An diesem Dienstag endete der Markt nicht um 19 Uhr, sondern ging rund um den Weinstand noch bis weit in die Abendstunden.