30 Jahre Mauerfall

Für zwei Paare aus dem Breisgau hat der Mauerfall viel verändert

Daniel Hengst

Von Daniel Hengst

Sa, 09. November 2019 um 08:00 Uhr

Gottenheim

BZ-Plus Einmal ging es von Thüringen in den Breisgau, ein anderes Mal vom Westen in den Osten – und wieder zurück: Zwei Paare erzählen, wie sich ihr Leben durch den Mauerfall vor 30 Jahren verändert hat.

Uta und Jörg Pokorny: Ein Neuanfang am Tuniberg
"Wir hatten 1989 kein Telefon, und der Fernseher war defekt", sagt Uta Pokorny mit Blick auf den Donnerstag, 9. November 1989. Für die damals 25-Jährige war der folgende Freitag zunächst ein ganz normaler Tag – bis sie ihre Lehrerkollegen traf: "Hast du mitbekommen, die Grenze ist auf." Die Bio- und Chemielehrerin glaubte erst an einen Scherz. "Meine erste Antwort war: Ja, und morgen schneit es." Der Fall der Mauer war an ihr und ihrem Mann Jörg quasi vorbeigegangen. "Am Samstag war nur noch die Hälfte der Schüler da", sagt Uta Pokorny. Die anderen wollten einfach mal in den Westen.

Für das Ehepaar Pokorny, damals im thüringischen Sondershausen zu Hause, war der Weg in den Westen jetzt zwar offen, doch sie blieben – zunächst. "Wir hatten beide Arbeit", sagt die heute 54-Jährige. Sie arbeitete als Lehrerin, er als Betriebselektriker im Braunkohletagebau im Leipziger Kohlerevier. "Nach und nach wurden die Arbeiter entlassen. Zuerst die Jüngeren, denn sie würden auf jeden Fall in einem anderen Betrieb Arbeit finden", sagt Jörg Pokorny. Es sei klar gewesen, dass es auch ihn irgendwann getroffen hätte. Also kündigte er zum Jahreswechsel 1990/1991. Der Bruder seiner Frau war schon früher in den Westen gegangen. "Am 3. Januar 1991 bin ich mit ihm mitgefahren. Wir waren uns sicher, dass ich eine Stelle finden würde", sagt Pokorny. Für den damals 22-Jährigen war Maxit sein Wunscharbeitgeber. Nach wenigen Wochen hat es dann auch geklappt. Später machte er noch den ...

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