Nachwuchs in den Nestern

Lena Roser

Von Lena Roser

Fr, 01. Juni 2018

Umkirch

Die Brutzeit der Störche ist vorbei: Was hat sich in den Nestern im Breisgau getan – wo gibt es Junge? .

BREISGAU-WEST. Anfang Mai war in den Storchennestern der Umgebung einiges los: Die Jungen sind geschlüpft und in vielen Gemeinden konnte dies auf den Monitoren im Ort miterlebt werden. Storchen-Experten berichten, wie es in den Storchennestern derzeit aussieht.

"Ich habe eine Runde gedreht und gesehen, dass wir fast überall drei Jungstörche haben", erklärt Gustav Bickel, der Vorsitzende des Weißstorchvereins Breisgau. Er dokumentiert im Breisgau – also in etwa 107 Nestern von Elzach bis Staufen, von Weisweil bis Kirchzarten –, wann die Jungen geschlüpft sind. Die genauen Daten braucht er für den nächsten Schritt, der bald ansteht: die Beringung der Zugvögel.

Nach 30 bis 40 Tagen werden die jungen Störche nämlich mit einem Ring, auf dem eine Identifizierungsnummer angebracht ist, versehen. Die diesjährige Schlupfzahl sei eine gute Quote, erklärt Bickel. Zwar gab es während der Schlupfzeit, die Ende April bis Anfang Mai stattfindet, eine Trockenperiode, bei der die Futtersuche problematisch war. Durch die Regentage in letzter Zeit sei nun aber genügend Futter vorhanden.

In Umkirch seien drei Jungtiere geschlüpft, in Gottenheim gibt es laut Bickel nur noch ein Junges. Zwar befanden sich auf dem Kirchturm von Gottenheim sechs Eier, doch nur zwei Störche seien geschlüpft und einer sei sofort umgekommen. Die restlichen Eier liegen noch im Nest. "Die werden aber nicht mehr schlüpfen, dafür ist die Zeit schon vorbei. Ich nehme an, dass die Eier nicht befruchtet sind. Beim Beringen kann ich das kontrollieren", erläutert Bickel. Grund könne beispielsweise Störungen bei der Brut sein. "Wenn sie zum Beispiel von Krähen angegriffen werden, gehen sie runter von den Eiern und verteidigen das Nest. Dabei unterkühlen die Eier."

Im Merdinger Nest, das sich auf der Zehntscheuer neben dem Rathaus befindet, leben nun vier Jungstörche. Ohne Kamera könne man dort nur raten, wie viele Eier es gegeben hat, erklärt Bickel. Er vermutet auch hier fünf oder sechs. Auch andere Gemeinden im westlichen Breisgau können sich über Nachwuchs freuen: So gibt es in Buchheim und in Hugstetten jeweils zwei, in Holzhausen drei Junge.

In Bötzingen, erklärt Storchen-Betreuer Manfred Lay, sei die Kamera kaputt und keiner könne genaue Angaben machen. "Ich habe die Störche mal sitzen gesehen, also konnte ich davon ausgehen, dass ein Ei gelegt wurde. Wissen werden wir es erst, wenn alle Jungtiere stehen und die ersten Flugversuche gemacht wurden."

Weitere Infos gibt es im Internet unter http://www.weissstorch-breisgau.de