Keine höheren Preise

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 02. Mai 2019

Gottenheim

Gottenheimer Winzer blicken aufs Weinjahr 2017 zurück.

GOTTENHEIM. Frostnächte im April prägten den Weinjahrgang 2017 – auch für die Gottenheimer Genossenschaftswinzer. Entsprechend geringer fielen die Erträge aus, wie in der Hauptversammlung der Winzergenossenschaft zu erfahren war. Rund 50 Mitglieder der Winzergenossenschaft, die im Berichtszeitraum rund 56 (im Vorjahr 58) Hektar Rebfläche bewirtschaftet haben, waren in die Sportgaststätte Schwarz-Weiß gekommen.

Die Erlössituation habe sich nach dem ordentlichen Jahrgang 2016 wieder verschlechtert, sagte der WG-Vorsitzende und Geschäftsführer Michael Schmidle. Dem Kälteschock sei im Mai eine sonnige und warme Phase gefolgt, in der es enorme Wachstumsschübe gegeben habe, die Vollblüte der gesunden Rebpflanzen habe 14 Tage vor dem langjährigen Mittel begonnen und bis Mitte Juni gedauert. Optimales Blühwetter, so Schmidle, habe für kompakte Trauben gesorgt, viel Regen im Juli sorgte für späte Peronospora-Infektionen in der Laubwand, während der heiße und trockene August zu schneller Reife der Trauben führte. Auch die Lese habe, ebenso wie 2018, früh begonnen.

Insgesamt wurden von den Genossenschaftswinzern knapp 600 000 Kilogramm Trauben beziehungsweise rund 10 600 Kilogramm je Hektar mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 87 Grad Öchsle geerntet. 2016 waren es rund 11 250 Kilogramm je Hektar bei 94 Grad Öchsle gewesen. Im Vergleich zum Badischen Winzerkeller, an den die Gottenheimer Winzer ihre Trauben abliefern, fiel der Ertragsrückgang in Gottenheim geringer aus. Die Zielmenge von im Schnitt 120 Kilogramm je Ar wurde aber nicht erreicht. In Gottenheim waren es laut Schmidle rund 106 Kilogramm je Ar, der Winzerkeller kam auf 85 Kilogramm. Im Handel habe dies nicht durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden können, bedauerte Schmidle. Er übte heftige Kritik an der mangelnden Solidarität in der Badischen Weinwirtschaft. Wichtigster Wein in Gottenheim war auch 2017 der Spätburgunder mit rund 371 000 Kilogramm Erntemenge. Es folgten der Müller-Thurgau mit gut 147 000 Kilogramm, der Weißburgunder mit gut 37 700 Kilogramm und der Grauburgunder mit gut 31 500 Kilogramm. Der Erlös sank von guten 9229 Euro im Geschäftsjahr 2016 auf weniger als 7000 Euro je Hektar.

Im Namen des Aufsichtsrats bestätigte Vorsitzende Edeltraud Ambs, dass die WG eine geordnete Vermögens- und Finanzlage habe. Zudem berichtete die Winzerin von einmal Gold und einmal Silber bei der Bundesweinprämierung sowie von je drei Gold- und Silbermedaillen bei der Landesweinprämierung. Verabschiedet wurde Doris Berkmann, die neun Jahre lang die Verkaufsstelle "Zehngrad" geleitet hat. Nachfolgerin ist Myriam Dietl-Eckstein.

Bürgermeister Christian Riesterer lobte die Arbeit der Winzer, besonders die Rehisli-Tour am Vatertag und die Aktion, die Arbeit im Weinberg für Schüler erlebbar zu machen. Peter Schuster, Vorstandsvorsitzender des Winzerkellers, sprach über Entwicklungen und Projekte beim Winzerkeller und stellte sich den Fragen.

Ehrungen: Franz Hunn, Fritz Kanzinger und Otto Hess wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.