Feuerwehreinsatz

In Diersburg in der Ortenau greift ein Großbrand auf sechs Häuser über

Christian Kramberg

Von Christian Kramberg

Di, 02. August 2022 um 18:54 Uhr

Hohberg

Im Hohberger Ortsteil Diersburg ist am Dienstagabend ein Großbrand ausgebrochen. Sechs Häuser sind betroffen. 180 Einsatzkräfte sind vor Ort. Die Löscharbeiten werden bis Mittwoch andauern.

Um 17.54 Uhr wurde die Hohberger Feuerwehr alarmiert, wie Kommandant Rene Göppert am Dienstagabend berichtete. Es war von einem Wohnhausbrand die Rede. Das Problem dabei: In der Talstraße gibt es eine sehr enge Bebauung mit vielen historischen Gebäuden. In diesem Viertel haben früher jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger bis zu ihrer Vertreibung im Nationalsozialismus gelebt. Als ehemalige Judenstadt ist sie laut der Pressestelle der Polizei im Volksmund heute noch ein Begriff, an vielen Häusern sind hebräische Schriftzeichen angebracht.



Als Kommandant Rene Göppert mit seinen Feuerwehrleuten eintraf, standen mehrere Häuser bereits im Vollbrand, aus mehreren Öffnungen trat das Feuer heraus. "In diesem Ausmaß habe ich das noch nie erlebt." Göppert war schnell klar, dass die Einsatzkräfte nicht ausreichen werden und er alarmierte nach. Am Ende waren 180 Einsatzkräfte aus Hohberg, Friesenheim, Lahr, Offenburg, Schutterwald und Ohlsbach vor Ort, dazu 30 Fahrzeuge. Auch für eine ausreichende Wasserversorgung wurde schnell gesorgt. Wegen der engen Bebauung stellte die Anfahrt der Feuerwehrfahrzeuge ein Problem dar. Die ohnehin anspruchsvolle Arbeit der Feuerwehrleute wurde durch die hohen Temperaturen noch zusätzlich erschwert. Für ausreichend Getränke war aber gesorgt.

Löscharbeiten werden bis Mittwoch andauern

Dass sich das Feuer so schnell ausbreitete, könnte mit der Beschaffenheit der Häuser zu tun haben. Sie sind laut Göppert zum Teil weit über 100 Jahre alt und mit viel Holz erstellt worden. Gegen 20.45 Uhr konnte der Kommandant mitteilen, dass der Brand unter Kontrolle ist und die umliegenden Gebäude vor einem Übergreifen des Feuers geschützt werden konnten. Auch für den Wald und Grünanlagen bestehe keine Gefahr, hieß es am Abend. Aufgrund der augenblicklichen Trockenheit hätte der Brand sehr viel größere Ausmaße annehmen können. Noch bis in die Morgenstunden des Mittwochs werden die Feuerwehrleute im Einsatz sein, um ein erneutes Ausbrechen des Feuers zu unterbinden. Eine Einsturzgefahr der Gebäude sah Rene Göppert am Dienstagabend nicht.

Schwarze Rauchwolken zogen den ganzen Abend in den Himmel, im Ort hatte sich Rauch breitgemacht. Ein Messfahrzeug war noch am Abend unterwegs, um die Luft nach Schadstoffen zu untersuchen. Rene Göppert ging am aber nicht von einer Gefährdung der Bevölkerung aus, da es sich bei den Gebäuden um normale Baustoffe handelte.

Bewohner der betroffenen und anliegenden Gebäude in Sicherheit

Die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen und anliegenden Gebäude konnten alle in Sicherheit gebracht werden, hieß es am Dienstagabend. Wie groß die Zahl war, blieb am Abend unklar. Sie wurden zunächst in der Gemeindehalle versorgt, für die Kinder wurde extra die Kindertagesstätte geöffnet. Ein Problem war offensichtlich, dass zunächst nicht zwischen Schaulustigen und Opfern unterschieden werden konnte. Bürgermeister Andreas Heck war schnell vor Ort, um sich selbst ein Bild von dem Unglück zu machen. "Was die Gemeinde machen kann, wird sie tun", kündigte er an. Er werde alle verfügbaren Ressourcen zur Verfügung stellen. Er versprach, dass alle Betroffenen, die nicht privat unterkommen können, in Hotels untergebracht werden. "Es ist mir wichtig, dass keiner auf der Pritsche in der Halle übernachten muss."



Andreas Heck sprach von einem "unglaublichen Zusammenspiel aller Feuerwehren" und hob die spontane Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung hervor. Kreisbrandmeister Bernhard Frei lobte die "hervorragende interkommunale Zusammenarbeit".

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