Kanzleramt

Grüne im Landkreis Emmendingen sagen Ja zu Annalena Baerbock

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mo, 19. April 2021 um 16:30 Uhr

Emmendingen

Folgt eine Frau auf Angela Merkel im Amt der Bundeskanzlerin? Vertreterinnen und Vertreter der Grünen, die dem Landkreis Emmendingen verbunden sind, bewerten die Personalentscheidung positiv.

Es herrscht Einigkeit bei den Grünen fünf Monate vor der Bundestagswahl. Dass nun Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin für die Partei ins Rennen geht, findet bei vielen verantwortlichen Vertreterinnen und Vertreter die ungeteilte Zustimmung.

"Das ist die richtige Frau zum richtigen Zeitpunkt." Keine Zweifel an der Kandidatur von Annalena Baerbock von den Grünen für das Kanzleramt lässt Heike Dorow aufkommen. Die Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr sieht in der Entscheidung und wie diese getroffen wurde, einen Perspektivwechsel, "in der Wirtschaft würde von einer neuen Unternehmenskultur gesprochen". Der Führungsstil des Duos Baerbock und ihres Vorstandspartners Robert Habeck zeige, dass das Miteinander die Partei präge, ohne dass der Austausch unterschiedlicher Meinungen unterdrückt würde.

Signal, wie Politik mit grüner Regierung klappen könnte

"Es ist schon ein neuer Stil, unaufgeregt pragmatische Lösungen zu suchen, dabei auch einmal Stopp sagen zu können zu Positionen, die nicht mit den Grundhaltungen der Partei vereinbar sind", so Dorow. Dies könne durchaus auch als Signal verstanden werden, wie sich Politik bei einer Regierungsverantwortung der Grünen gestalten lasse.

Die Art und Weise, wie die Entscheidung für Baerbock getroffen wurde, zeigt auch für Susanne Wienecke, Fraktionssprecherin der Grünen im Emmendinger Gemeinderat, wie souverän die Partei mittlerweile politische Prozesse vorantreibe: "Die Kandidatur wurde sehr überlegt und verantwortungsvoll getroffen, ohne dass jemand beschädigt wurde. Das ist ein sehr gutes Signal." Dabei beweise die Wahl von Baerbock einmal mehr, dass die Grünen, die in fast allen Parlamenten und politischen Gremien gleichberechtigt aufgestellt seien, über gutes Personal mit Zukunftsperspektive verfügten. Unstrittig sei für Wienecke, dass Baerbock nicht nur über den Rückhalt der Parteigremien verfüge, sondern auch über das Vertrauen der Basis.

Die Parteigremien haben das Vertrauen der Mitglieder

"In guter Tradition wurde mit breiter Beteiligung und Mitgliederbefragungen über den Parteivorsitz entscheiden, entsprechend verfügt dieser über unser Vertrauen für die Kandidatenentscheidung ."

Mit Annalena Baerbock gehe die Kandidatin ins Rennen, die für einen Aufbruch, einen politischen Wandel stehe, sagt Rüdiger Tonojan vom Vorstand des Kreisverbands Emmendingen der Grünen. "In den vergangenen Jahren hat sie auf ihrem Weg vom Brandenburger Landesvorstand in die Bundesspitze der Partei bewiesen, dass sie die nötige Entschlossenheit und Durchsetzungskraft für solch eine Aufgabe hat." Mit Baerbock als Spitzenkandidatin seien die Grünen gut aufgestellt, die anstehenden Zukunftsthemen wie Klimaschutz, die Transformation der Wirtschaft und die Überwindung sozialer Probleme anzugehen und auch in Regierungsverantwortung umzusetzen. Fehlende Regierungserfahrung oder das Alter der Kandidatin würden sich nicht negativ auswirken.

Fähigkeit für das Kanzleramt keine Frage des Alters

Einerseits habe Baerbock gezeigt, dass sie führen kann. Anderseits sei das Thema Kanzlerschaft in Deutschland bisher vorrangig mit Kandidaten fortgeschrittenen Alters besetzt gewesen. Auch da stehe nun ein Wandel bevor. Dabei zeige der Entscheidungsprozess, dass die Grünen "sich professionalisiert haben und wissen, worauf es in der aktuellen Situation ankommt", sagt Tonojan. So unterstreichen die Grünen ihre Verlässlichkeit in der Aussage zu politischen Themen wie auch als politischer Partner.

"Es freut mich, dass Annalena Baerbock und Robert Habeck so gut miteinander geklärt haben, wer von beiden um das Kanzlerinnenamt kämpft. Diese Entscheidung ist ein gutes Zeichen und getragen von Gemeinsamkeit Vertrauen und Verantwortung und auch eine Konsequenz aus dem gleichberechtigten Zusammenspiel von Annalena Baerbock und Robert Habeck in den vergangenen drei Jahren in denen sie die Partei erfolgreich geführt haben", schreibt der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch in einem Statement. Baerbock habe "den klaren politischen Kompass, die Energie und die Willensstärke, die es braucht, um Kanzlerin zu werden und die nötigen Veränderungen im Land voranzutreiben".