Drei gleich starke Blöcke – und die SPD

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Di, 28. Mai 2019

Müllheim

MÜLLHEIM: Grüne setzen ihren Aufwärtstrend auch kommunal fulminant fort / FWG gewinnen, CDU und vor allem SPD verlieren.

MÜLLHEIM. Drei mal sieben plus drei – so lautet die künftige Formel im Müllheimer Gemeinderat, in dem sich die Kräfteverhältnisse zwar nicht erdrutschartig, aber doch recht deutlich verschieben. Große Gewinner sind die Grünen, die sich nun auf Augenhöhe mit der bisher dominanten CDU befinden. Auch die Freien Wähler sind wieder erstarkt, während CDU und SPD jeweils zwei Sitze verlieren, was vor allem für die Sozialdemokraten eine deutliche Schwächung ihrer Position im Müllheimer Stadtparlament bedeutet.

Wie oft nach diesem Wahlsonntag bei den Grünen die Sektkorken geknallt haben und womöglich noch knallen werden, ist bislang nicht überliefert. Aber nachdem sie bei den Europawahl-Ergebnissen in Müllheim bereits ordentlich auftrumpfen konnten und gar noch mehr Stimmanteile holten als die bislang dominante CDU, hat auch die lokale grüne Wahlliste ALM/Grüne deutlich dazugewonnen.

Um auch auf kommunaler Ebene die CDU als Platzhirsch zu verdrängen, dafür hat es von den Stimmanteilen her nicht gereicht – doch es war knapp: 29,1 Prozent der Stimmen konnten ALM/Grüne auf sich vereinen, die CDU kam auf 30,3 Prozent. Und in diesen Gefilden reiht sich auch die Freie Wählergemeinschaft Müllheim (FWG) ein, sie gewann 28 Prozent der Wählerstimmen. Bei der Sitzverteilung wirken sich diese eher geringen Unterschiede nicht aus – damit gibt es nun in Müllheim drei gleich starke Blöcke von CDU, ALM/Grüne und FWG mit jeweils sieben Sitzen.

Für die CDU bedeutet das einen recht herben Verlust von zwei Mandaten – und hätten die Christdemokraten ihren doch immer noch recht starken Rückhalt in den Ortsteilen Feldberg, Niederweiler sowie Zunzingen nicht, hätte es für sie womöglich noch düsterer ausgesehen. In Teilen der Kernstadt und in Niederweiler konnten die Grünen die CDU bereits überflügeln.

Auch beim Stimmensammeln auf Kandidatenebene zeigt sich die CDU eher schwach: Michael Deiß, der mit 3991 die meisten Stimmen für die Christdemokraten einsammelte, liegt damit weit hinter der Gesamt-Stimmenkönigin Christa Kotz von den Freien Wählern, die 6843 Stimmen auf sich vereinte, das sind nochmals rund 1000 mehr als auf den Zweitplatzierten Martin Richter von ALM/Grüne entfielen. Stimmenzahlen jenseits der 4000 sammelten auch Michael Nutsch (FWG, 4874 Stimmen) und Dora Pfeifer-Suger (ALM/Grüne, 4268 Stimmen).

Nicht nur angesichts dieser guten Einzelergebnisse können sich auch die Freien Wähler als Wahlgewinner sehen: Sie gewannen den vor fünf Jahren verlorenen siebten Sitz wieder zurück. Dass sie mit CDU und ALM/Grüne nun auf Augenhöhe sind, verspricht spannende kommunalpolitische Zeiten in Müllheim, denn schon bislang waren die Freien Wähler keinesfalls einem Lager fest zuzuordnen. Bei manchen Themen schlugen sie sich auf die Seite von Grünen und SPD, bei anderen wieder auf die der Christdemokraten.

Ebenfalls interessant wird zu beobachten sein, wie zwischen diesen starken Blöcken die SPD ihren Platz findet, die nun von fünf auf drei Sitze geschrumpft ist. Immerhin kann sie ein Alleinstellungsmerkmal im künftigen Müllheimer Gemeinderat für sich reklamieren: Mit Myriam Egel, Inge Hitschler und Elisabeth Ranft-Sichler wird die SPD zu einer rein weiblichen politischen Kraft im Müllheimer Ratsrund, während Ratsarbeit bei der CDU weiterhin eine reine Männerangelegenheit bleibt.

Verglichen mit manch anderen Gemeinden ändert sich am Personal-Tableau des Müllheimer Rates, der insgesamt um einen Sitz auf 24 schrumpft, nicht so arg viel: Bei der CDU sind alle Gesichter bekannt, bei der FWG stößt Friedrich Schneider neu dazu, bei der SPD ist Elisabeth Ranft-Sichler ein neues Gesicht im Ratsrund. Die meisten Neuzugänge verbuchen die Grünen mit Eckhard Phillipps, Jörg Pflieger und Beate Kohler, die aus dem Stand 3706 Stimmen einsammelte – der stärkste Neueinstieg bei dieser Gemeinderatswahl in Müllheim.

In den Müllheimer Gemeinderat wurden gewählt: Michael Deiß (CDU), Sven Ruhkopf (CDU), Jürgen Nafz (CDU), Thomas Kreth (CDU), Ulli Waldkirch (CDU), Michael Fischer (CDU), Micheal Herbstritt (CDU), Christa Kotz (FWG), Michael Nutsch (FWG), Mathias Wineberger (FWG), Christian Mees (FWG), Armin Imgraben (FWG), Martin Bürgelin (FWG), Friedrich Schneider (FWG), Martin Richter (ALM/Grüne), Dora Pfeifer-Suger (ALM/Grüne), Beate Kohler (ALM/Grüne