Fahr Fair [ANZEIGE]

Gute Gründe für den Umstieg

Ulrike Sträter

Von Ulrike Sträter

Mi, 04. Juli 2012 um 17:57 Uhr

380 Kilometer legt durchschnittlich jeder Einwohner in Deutschland pro Jahr mit dem Fahrrad zurück. Dabei gibt es jedoch große regionale Unterschiede: Die Nase vorn haben die Einwohner von Münster in Westfalen.

Fahrrad fahren ist gesund, schont die Umwelt ebenso wie die öffentlichen Kassen – so lautet das Resumée einer Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2010. 380 Kilometer sind es, die pro Jahr und Einwohner in Deutschland durchschnittlich mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. So liegt der Radfahranteil bezogen auf die Zahl der Wege in Bremen und Brandenburg bei 17 Prozent und in Städten wie Münster zwischen 30 und 35 Prozent.

Klimaschutz ist ein Stichwort, auf das die vermehrte Nutzung des Drahtesels eine positive Auswirkung hat. 7,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid – das laut Studie im Straßenverkehr mit Abstand bedeutendste Klimagas – ließen sich vermeiden, würde ein Drittel der Strecken bis sechs Kilometer Länge in den Innenstädten mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der kurzen Strecken, 80 Prozent der Radfahrten sind nicht länger als fünf Kilometer. Rund 50 Prozent der Autofahrten sind übrigens genauso kurz und erzielen nicht einmal einen Zeitvorteil. Dabei ist gerade bei Kurzstrecken die CO2-Emission von Autos besonders hoch, da der Kraftstoffverbrauch kalter Motoren überproportional hoch ist.

Das Klima wandelt sich, und zwar dynamischer als noch vor wenigen Jahren gedacht. Schuld daran ist der gestiegene Ausstoß von Treibhausgasen, der zu einem Anstieg der Temperatur im vergangenen Jahrhundert um durchschnittlich 0,7 Prozent geführt hat. Die Folge: häufigere Wetterextreme, wie etwa Hitzewellen, sowie das Wegschmelzen der Gebirgsgletscher. Kommt es weiter zum ungebremsten Ausstoß der Treibhausgase, sei bis zum Jahr 2100 mit einer Erwärmung zwischen 1,4 und 5,8 Grad Celsius zu rechnen. Das würde ernste Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen, wie etwa den Anstieg des Meeresspiegels. Zeit also, umzusatteln. Um die globale Erwärmung beim aktuellen Stand der Treibhausgase in der Atmosphäre von zwei Grad Celsius zu halten, müssen die Emissionen weltweit spätestens zwischen 2015 und 2020 gestoppt und im Anschluss jährlich um fünf Prozent gesenkt werden.

Unsere Nachbarn legen vor: In den Niederlanden werden pro Jahr und Einwohner rund 1100 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. Käme Deutschland an diese Vergleichszahl heran, würden in den Kommunen die Sektkorken knallen. Etwa 1,1 Milliarden Euro an Infrastrukturkosten ließen sich dadurch sparen.

Der jährliche finanzielle Aufwand der Kommunen für den gefahrenen Fahrradkilometer liegt bei etwa einem Zehntel des Aufwands eines Autokilometers. Zudem würden weniger Autostellplätze benötigt, die mit 5500 Euro pro Platz deutlich teurer sind als Fahrradstellplätze, für die rund 100 Euro pro Platz veranschlagt werden. Verbesserung und Ausbau des Radwegenetzes, ausreichend Abstellmöglichkeiten, Wegweiser oder auch Fahrradstationen an Haltepunkten des öffentlichen Personennahverkehrs, könnten die Entscheidung erleichtern, aufs Fahrrad umzusteigen und auch mit Bus und Bahn zu kombinieren.

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