Großer Saal für eine kleine Gesprächsrunde

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Sa, 12. Oktober 2019

Häusern

Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet: Zum zentralen Bürgerabend für den Landkreis in Häusern kommen vier Bürger.

HÄUSERN. Für das Biosphärengebiet Schwarzwald wird derzeit ein Rahmenkonzept erarbeitet, das die Bürger aktiv mitgestalten können. Im Rahmen einer Beteiligungswoche war am Mittwoch ein Infobus in der Region unterwegs, am Abend fand ein zentraler Bürgerabend für den Landkreis Waldshut im Kur- und Sporthaus in Häusern statt. Interesse an diesem Abend war so gut wie nicht vorhanden, lediglich vier Bürger aus Häusern und dem Albtal fanden sich ein.

"Es war einmal ein Infoabend ...". So begann in Häusern die Geschichte vom Rahmenkonzept des Biosphärengebietes, wie es Andrea Hartz von der mit der Erarbeitung des Rahmenkonzeptes beauftragten Agentur AGL formulierte. Neben Mitarbeitern der Agentur hatten sich auch Jörg Gantzer vom Landratsamt, Walter Kempkes, Leiter der Geschäftsstelle des Biosphärengebietes, und zahlreiche seiner Mitarbeiter eingefunden.

Das Interesse der Bevölkerung war indes verschwindend gering, lediglich vier Bürger, unter ihnen Gemeinderätin und Mitglied im Beirat des Biosphärengebietes Monika Schwinkendorf, hatten sich eingefunden. Bürgerbeteiligung sei auch auf anderen Gebieten problematisch, sagte Bürgermeister Kaiser. Das mangelnde Interesse an diesem Abend sei aber möglicherweise auch auf die Informationsveranstaltung zurückzuführen, die kürzlich in St. Blasien stattgefunden hatte, so seine Vermutung.

Angesichts der geringen Teilnehmerzahl beschränkte man sich auf eine kleine Gesprächsrunde, versammelte sich um einen Tisch und genoss Schinken und Bergkäse vom Weiderind. Informationen gab es aber dennoch. Das Biosphärengebiet mit seinen 28 Kommunen und der Stadt Freiburg umfasst eine Fläche von 63189 Hektar, rund 43 000 Menschen leben dort. Das zu erstellende Rahmenkonzept umfasst die Schwerpunkte Landnutzung, Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft, Energie und Mobilität, Gesellschaft und Kultur sowie Tourismus und Erholung.

Diese Themenschwerpunkte sind miteinander vernetzt und müssen miteinander betrachtet werden, sagte Andrea Hartz. Innerhalb dieser Themenschwerpunkte gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Biosphärengebiet mit Leben zu erfüllen, so die Planerin weiter. Sie nannte zahlreiche Beispiele. Etwa die Vermarktung regionaler Landwirtschaftsprodukte im Rahmen der Landnutzung, regionale Kulturangebote und alt werden im Biosphärengebiet im Rahmen von Gesellschaft und Kultur sowie umweltfreundlicher Wintersport und autofreier Urlaub .

Eine Idee: Dorfläden als soziale Zentren

Und auch das Biosphärengebiet als Modellregion für erneuerbare Energien wird ein wichtiges Thema sein, so Andrea Hartz. Gleiches gilt für den Bereich Jung und Alt sein im Biosphärengebiet Schwarzwald.

Für die Erschließung lokaler wirtschaftlicher Betätigungsfelder sprach sich Monika Schwinkendorf aus und nannte als Beispiele die Vermarktung von Milch. "Es geht um unsere Bauern, unsere Wiesen, unsere Milch", sagte sie. Es gelte, diesen Mehrwert bewusst zu machen und das Bewusstsein "Das ist unsers" zu stärken.

Die Gemeinderätin aus Häusern machte sich ferner für Dorfläden als soziales Zentrum von Dörfern stark. Zudem wurde Märkte und mobile Angebote ins Gespräch gebracht.