Bedingt spielfähig

Der Musikverein Hasel hat noch 16 Aktive und sucht einen Dirigenten

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Do, 14. November 2019 um 06:27 Uhr

Hasel

Wechsel am Dirigentenpult, personelle Probleme, Veränderungen im Vorstand – beim Musikverein Harmonie Hasel ist gegen Ende des Jubiläumsjahres (150 Jahre) einiges im Umbruch.

Musikermangel und Dirigentensuche:

Vorsitzender Matthias Senger und sein Stellvertreter Nikolai Schaub sagen zur aktuellen Situation der Kapelle, dass man mit 16 eigenen Aktiven eigentlich nicht mehr spielfähig sei. "Dank Aushilfskräften von auswärts in den Registern, in denen wir schwächer aufgestellt sind, konnten wir bisher alle unsere Auftritte absolvieren", sagt der Vorsitzende. Zuletzt beim Oktoberfest in Rohmatt habe man die Besucher begeistert, so Senger.

Das gute musikalische Niveau sei vor allem ein Verdienst von Dirigent Robert Gsell. "Robert hat schon im Frühjahr bekundet, nach unserem Weihnachtskonzert am 25. Dezember den Taktstock abzugeben nach fast 25 Jahren", so der Vorsitzende. Die Nachfolgersuche sei indessen erfolglos gewesen. Man werde die Position nun noch einmal in der Zeitschrift des Blasmusikverbandes ausschreiben. Und falls sich kein Nachfolger findet, habe man eine Interimslösung interner Art, betont der Vorsitzende. Er sagt entschlossen: "Wir werden uns im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht auflösen, sondern unsere Anlässe im Dorf weiter veranstalten", so Senger. Und auch hinter dem Oldtimertreffen stehe kein Fragezeichen.

Nachwuchs:

Die umstrukturierte Nachwuchsarbeit liegt in den Händen von Erich Linsin. Der teilt mit, dass die Arbeit mit den Zöglingen seit September bei der Musikschule Mittleres Wiesental und deren Leiter Ingo Ganter erfolgt. Damit habe man das Ziel, die Jugendarbeit trotz fehlender Ausbilder qualitativ zu verbessern, erreicht, sagt Linsin. Er betont, dass man im Musikverein seine Verantwortung für die Nachwuchsausbildung auch finanziell lebe. Das zum einen durch die Übernahme der Hälfte der Kosten des Unterrichts der sieben aktuellen Hasler Nachwuchsmusiker sowie dem Stellen der Instrumente für die Kids. Und durch die temporäre Übernahme der Kosten für eine Stunde Musikerziehung an der örtlichen Grundschule. Die 2000 Euro jährlicher Kosten übernimmt vorerst der Musikverein. Eine Dauerlösung könne das aber nicht sein. Bis die sieben Zöglinge allerdings das Aktivorchester verjüngen und verstärken, wird es noch einige Jahre dauern.

Wechsel: Sowohl Matthias Senger wie auch sein Stellvertreter Nikolai Schaub wollen bei der nächsten Generalversammlung nicht mehr kandidieren. Aber auch in dieser Frage werde es eine interne Lösung geben.