Kreistag

Das Pflegeheim in Hausen im Wiesental wird eleganter, aber auch viel teurer

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

So, 21. Juli 2019 um 14:00 Uhr

Hausen im Wiesental

Kreistag stimmt geänderter Entwurfsplanung für den Neubau des Pflegeheims in Hausen im Wiesental zu. Die Kosten steigen dadurch um 834.000 Euro auf fast 11 Millionen Euro.

Einstimmig hat der Kreistag der geänderten Entwurfsplanung für den Neubau eines Pflegeheims in Hausen zugestimmt. Durch die veränderte Planung wird der Bau eleganter, weniger wuchtig und optisch ansprechender, aber auch 834.000 Euro teurer. Mit der Änderung kommt man auch den Kritikern entgegen, die das Pflegeheim in der Mitte von Hausen nicht wollen. Im Mai hatte der Kreistag beschlossen, eine optisch gefälligere Gestaltung des Neubaus zu prüfen.

Das Gebäude wirkt nicht mehr so mächtig

Im jetzigen Entwurf wurde durch eine Teilunterkellerung das Erdgeschoss verkleinert. Dadurch springt die Fassade des Erdgeschosses zurück, das Gebäude wirkt nicht mehr so mächtig. Zudem entstehen größere Freiflächen. Durch Fassadenplatten sowie Farb- und Putzwechsel wird die Erscheinung optisch aufgewertet. Die Gebäudehöhe wurde um 40 Zentimeter reduziert, eine außenliegende Fluchttreppe ins Gebäude verlegt. Das Café wurde von 37 auf 84 Quadratmeter vergrößert, zudem gibt es mehr Parkplätze. Insgesamt kostet der Neubau nun fast elf Millionen Euro. Damit liegt der Bau um 622.000 Euro über den aktuellen Richtwerten, dieser Betrag wäre also nicht über die Sozialkostenträger refinanzierbar. Mit der geänderten Planung kommt man den Befürchtungen aus dem Umfeld des Grundstücks entgegen. Es gebe in Hausen aber auch positive Stimmen, die sich auf das Heim freuen, sagte Landrätin Marion Dammann.

Das Heim auf einem anderen Grundstück zu bauen, wie gefordert wurde, sei nicht möglich, weil man die Planung nicht einfach verpflanzen könne und die Planungskosten somit verloren wären. Außerdem wäre das alternative Grundstück nicht zu kaufen, nur in Erbbaupacht zu bebauen, was für den Kreis nicht akzeptabel sei, sagte die Landrätin. Vom Petitionsausschuss des Landtags, wohin die Einwände gegen den Bau getragen wurden, habe man noch nichts gehört, was aber auch nicht verwunderlich sei, da man sich erst im Planungsverfahren befindet, das rechtlich nicht angreifbar sei.

Das energetische Konzept wird noch ausgearbeitet

Die höheren Kosten trage man als Konzession ans Umfeld des Neubaus schweren Herzens mit, sagte Jörg Lutz (SPD). Der neuen Planung, die gefälliger sei, könne man leichter zustimmen und hoffe, dass das zur Befriedung in Hausen beitrage, sagte Ulrich May (Freie Wähler). Margarete Kurfeß (Grüne) lobte den neuen Entwurf und wies darauf hin, dass man nicht nur in den Städten auf bauliche Qualität achten müsse. Auch Franz Kiefer (FDP) meinte, der neue Entwurf sehe bedeutend besser aus, und am Standort müsse man festhalten. Das energetische Konzept des Heimes werde noch ausgearbeitet, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach gehöre durchaus dazu, antwortete Heime-Betriebsleiter Reinhard Heichel auf eine Frage von Eberhard Meinecke (Grüne). Außerdem werde man ein Nahwärmenetz ausschreiben, da sich in der Nachbarschaft auch Halle und Kindergarten befinden, fügte der Kreisrat und Hausener Bürgermeister Martin Bühler an.
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