Malteserschloss Heitersheim

Heitersheimer SPD zeigt Sympathie für Schulprojekt, will aber für Alternativen offen bleiben

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Do, 23. Mai 2019 um 20:49 Uhr

Heitersheim

Die Diskussion um das Malteserschloss bestimmt den Kommunalwahlkampf in Heitersheim. Die SPD lässt Sympathien für die Pläne einer Privatschule erkennen, will aber für Alternativen offen bleiben.

Die Diskussion um das Malteserschloss bestimmte auch die mit rund 50 Teilnehmern gut besuchte Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten, die sich auf der Liste der Heitersheimer SPD für ein Mandat im Gemeinderat bewerben. Zugegen in der Gastube des Löwen war auch Martin Löffler – allerdings nicht in seiner Eigenschaft als Bürgermeister, wie er betonte, sondern als SPD-Kandidat für den Kreistag.

In seinem Eingangsstatement, das er bewusst als persönliche Meinungsäußerung verstanden wissen wollte, ging der SPD-Fraktionssprecher im Heitersheimer Gemeinderat, Bernd Mohr, nochmal auf die Veranstaltung der Bürgerinitiative Malteserschloss am Vorabend ein (siehe obigen Text). Etliche Ideen der BI kämen ihm persönlich durchaus entgegen, aber es brauche auch ein entsprechendes Gesamtkonzept und Institutionen, mit denen sich eine alternative Nutzung des Schlosses realisieren lasse. Und da habe er sich über die Blauäugigkeit und Naivität so mancher Äußerungen nur wundern können. Besonders missfallen habe ihm, dass die BI-Veranstaltung in Teilen dazu genutzt worden sei, um Stimmung gegen den Gemeinderat, insbesondere die SPD, und den Bürgermeister zu machen.

Insgesamt zeigt sich in Bezug auf die Malteserschloss-Frage bei der Heitersheimer SPD ein differenziertes Bild, in dem vor allem eine grundsätzliche Offenheit für verschiedene Lösungen betont wird. Durchaus erkennbar sind Sympathien für das Konzept einer internationalen Privatschule, wie es der BZ-Verleger Christian Hodeige und sein chinesischer Partner Mark Wang vorgestellt haben. "Mir gefällt das pädagogische Konzept", sagte etwa Stadtrat Rudolf Epp, und sein Ratskollege Harald Höfler ergänzte, die dadurch in Aussicht stehende Internationalität könne Heitersheim gut tun. "Und was mich beeindruckt hat: Die Investoren brennen wirklich für ihre Idee", meinte Höfler. Es wäre schade, wenn man solche Ideen und Konzepte gleich in Frage stellen würde, nur weil auch chinesische Investoren mit dabei seien, spielte Stadträtin Eva Markowski auf die vielfach geäußerten Bedenken speziell bezüglich des möglichen Engagements aus Fernost im Malteserschloss an. Dem pflichtete Stadtrat Joachim Nozulak bei, der in dem Privatschul-Konzept eine mögliche Win-Win-Situation für Heitersheim wie für die Investoren sieht: "Die Schüler werden mit der Stadt interagieren. Und wir werden möglicherweise noch eine bessere Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit erreichen als bisher. Wir sollten vorurteilsfrei an die Sache rangehen", fasste Nozulak die allgemein spürbare Stimmungslage bei den Sozialdemokraten zusammen.

"Leitgedanke muss sein: Was ist gut für die Stadt?"

Gleichwohl, auch eine weiter bestehende Offenheit für andere Nutzungsmöglichkeiten des Schlosses wurde mehrfach betont: Er sei sehr angetan von der lebhaften Diskussion in der Stadt, meinte SPD-Kandidat Reinhold Berger. "Das ist gelebte Demokratie. Der Leitgedanke in der Debatte muss für uns sein: Was ist gut für die Stadt?" Und Höfler betonte: Sollte sich die Entwicklung in eine Richtung bewegen, die den Interessen der Stadt Heitersheim zuwiderläuft, "haben wir immer noch die Möglichkeit ein Stopp-Schild zu setzen". Umgekehrt, auch das wurde in mehreren Beiträgen deutlich, solle sich die Stadt nicht in eine möglicherweise hohe Verschuldung stürzen, nur um an das Schloss zu kommen, aber ohne ein eigenes tragfähiges Konzept zu haben.

Redebeiträge von Gästen der SPD-Veranstaltung machten wiederum deutlich, dass für sie eine andere Lösung als den Erwerb des Schlosses durch die öffentliche Hand keine Option ist. "Das Malteser-Schloss muss verstaatlicht werden. Es darf nicht an Dritte gehen – egal ob das Chinesen, Afrikaner oder Deutsche sind", erklärte ein Zuhörer. Mehrfach wurde in der Runde auch die Forderung erhoben, mindestens sicherzustellen, dass die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten behält, sollte es zu einem Weiterverkauf von Teilen (oder insgesamt) der Gesellschaft kommen, der die zukünftige Schule gehören soll. Inwieweit sich das rechtssicher umsetzen lasse, wurde wiederum von anderer Seite in Frage gestellt.

Abgesehen vom Malteserschloss zeigte der Abend, dass vor allem die Entwicklung der Heitersheimer Innenstadt sowohl den Kandidaten als auch vielen Bürgern unter den Nägeln brennt. Mehrfach wurde die Forderung nach einem Masterplan laut, der die Situation nicht an einzelnen Stellen isoliert, sondern insgesamt analysiert und ein Gesamtkonzept erarbeitet, der dann Schritt für Schritt abgearbeitet werden könne.