Mit fetzigen Rhythmen gegen Gewalt und für mehr Respekt

Erik Stahlhacke

Von Erik Stahlhacke

Sa, 16. Februar 2019

Heitersheim

In Heitersheim beteiligen sich rund 50 Menschen auf dem Lindenplatz mit einem Tanzflashmob an der weltweiten Aktion "One Billion Rising".

HEITERSHEIM (esta). "Women are not a possession" – Frauen sind kein Besitzstück schallt es über den Heitersheimer Lindenplatz. Mit der Musik setzen sich Körper scheinbar spontan in Bewegung. Bei einem Tanzflashmob demonstrierten am Donnerstag rund 50 Menschen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Gleichberechtigung.

Die Protestaktion steht unter dem Titel "One Billion Rising", eine Milliarde erhebt sich, und möchte – neben der Gewalt gegen Frauen – auch das Bewusstsein für Themen wie Immigration, Pressefreiheit und Menschenrechte schärfen. Gegründet im Jahre 2012 von der amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler beteiligen sich mittlerweile 190 Länder an dem Projekt. Zu den 180 teilnehmenden Städten und Gemeinden in Deutschland gehört seit vergangenem Jahr auch Heitersheim. Der Flashmob wurde als gemeinsames Projekt der Jugendarbeit in den Gemeinden Staufen, Bad Krozingen, Schallstadt, Ebringen und Heitersheim organisiert. Neben der Jugendreferentin der Stadt, Jana Riesterer, war auch Bürgermeister Martin Löffler vor Ort. In seiner Rede freute er sich, dass nach Bad Krozingen nun Heitersheim Gastgeber dieser wichtigen Veranstaltung sein dürfe. In Deutschland gehe die Gewalt gegen Frauen zwar zurück. "Weltweit erfährt aber immer noch jede dritte Frau sexuelle oder körperliche Gewalt", so Löffler.

Das Lied zu dem getanzt wird, heißt "Break the Chain". Die ersten Töne der eingängigen Tanzhymne mit ihrem kämpferischen Text ziehen die Tänzer, Frauen und Männer, auch Kinder und Jugendliche, auf die improvisierte Tanzfläche. Bei Tanzworkshops hatten sie die energiegeladene Choreographie eingeübt. Ihre Botschaft eroberte rasch den Lindenplatz, wo Schaulustige stehenblieben und das Spektakel beobachteten. Als eine Geste der Zuversicht erhielten alle Teilnehmer im Anschluss eine gelbe Tulpe, gespendet von der Gärtnerei Kaltenbach.