Zweiter Auslass für Rückhaltebecken gefordert

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mi, 23. Oktober 2019

Herbolzheim

Zweckverband Hochwasserschutz diskutiert Sanierungen.

HERBOLZHEIM. Der Deich für das Regenrückhaltebecken "Goldbrunnen" muss saniert werden. Das dürfte den Zweckverband Hochwasserschutz Bleichbach (ZHB) und damit die Städte Herbolzheim und Kenzingen wie auch das Land geschätzte 1,25 Millionen Euro kosten. Jürgen Rauer, Bauamtschef von Herbolzheim, informierte die bewährten und frisch verpflichteten Mitglieder des Zweckverbandes über den Stand der Dinge in der Sitzung am Montag. In Rauers Augen wirkten die Forderungen der Behörden infolge der Sicherheitsüberprüfungen zwar sehr von der Theorie diktiert. Aber: "Das Landratsamt drängt", sagte Rauer.

Die letzte Sanierung habe Ende der 1980er-Jahre stattgefunden, so Rauer. Der Deich kranke daran, dass es nur einen Schieber gibt, durch den das Ablassen des Beckenwassers in den Bleichbach in Richtung Bleichheim gesteuert wird. Theoretisch könnte ein treibender Baumstamm den Schieber blockieren. Damit wäre im schlimmsten Fall die Funktionsfähigkeit gefährdet und das Wasser würde über die Deichkrone rauschen. Rauer hielt das Szenario zwar für unwahrscheinlich. Mit steigendem Pegel nach einem Sturzregen steige das an der Wasseroberfläche schwimmende Treibholz nach oben und gefährdet nicht den Auslass am Deichfuß. Aber die Behörden wollen einen zweiten Zugang und den dazugehörigen Schieber zum Auslass, damit die Blockade weniger wahrscheinlich wird. Der ZHB müsse die Auflagen umsetzen, auch wenn sie konstruiert erschienen.

Eine zweite Gefährdung sehen die Behörden in unerwünschten Grabungen von Maulwurf oder Dachs, welche die Standhaftigkeit des Deichs gefährden könnten. Dafür müsse eine Kiesschicht auf die Deichschräge aufgebracht werden, erklärte Rauer. Im Zuge dessen gelte es, Beton und Stahl der einzelnen Bauten wie auch die Technik auf Vordermann zu bringen. Rauer geht davon aus, dass die Sanierung in zwei Etappen erfolgen kann. Nun sei es an den beiden Gemeinderäten die Sanierung über zwei Haushalte zu finanzieren, meinte Herbolzheims Bürgermeister und der ZVB-Vorsitzende Thomas Gedemer. Die Untersuchung des Deiches und die Sanierung werden vom Land mit 60 bis 90 Prozent bezuschusst.

Rund 30 000 Euro kostet den ZVB die Kommunikation der Rückhaltebecken miteinander und mit der Zentrale. Die Alarmmeldung, das Herzstück des Hochwasserschutzes, habe nicht mehr funktioniert, nachdem die Telekom auf Voice-over-IP umgestellt hatte, erklärte Rauer. Damit konnte die eingebaute Software die Daten nicht mehr miteinander abgleichen. Die Umstellung kostet 15 000 Euro. Als im Juli die Rechner eingerichtet wurden, sei einer drei Mal abgestürzt. Der Rechner sei aus dem Jahr 2004 und damit nicht mehr auf dem heutigen Stand, so Rauer. Deshalb musste ein neuer Rechner angeschafft werden. Dies kostet weitere 15 000 Euro.