Der kleine Ball wird zur Alternative für das große runde Leder

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Sa, 14. September 2019

Höchenschwand

Der "Bällällä Club" widmet sich als Teil der Altherrenabteilung des Sportvereins Höchenschwand dem Tischtennissport.

HÖCHENSCHWAND. "Bällällä Club" – so nennt sich die schlagkräftige Tischtennistruppe innerhalb des Sportvereins Höchenschwand unter Teamchef Joachim Kaiser. Drei Tischtennisplatten stehen beim Training am Mittwochabend in der Turnhalle im "Haus des Gastes" nebeneinander, wenn Joachim Kaiser, Detlef Serafin, Rudi Herbinger, Mickael Philippot, Peter Groß, Herbert Preußner, Frank Merz und Dragan Mrdenovic zusammenkommen. Sie versuchen dann stets auch die Tipps von Peter Groß umzusetzen, der ihnen Trainingsmethoden zeigt.

"Wir haben schon Fortschritte gemacht, im Gegensatz zum Beginn", sagen der Teamchef und sein Teamkollege Detlef Serafin stolz. Immer wieder sind Rufe wie "Schöner Ball" oder "Oh, nein" zu hören. Kaiser sagt: "Wir haben einst in lockerer Runde mit vier Leuten zuerst an Weihnachten, dann an den Sonntagen, mit dem Tischtennis begonnen". Mittlerweile sei die Gruppe auf acht Spieler gewachsen, in den Wintermonaten kämen sogar noch mehr Tischtennisspieler in die Halle. Seit drei Jahren baut die Gruppe immer mittwochs die Platten für das regelmäßige Training auf.

Egal, wie diszipliniert die Mitglieder trainieren, finden die Tischtennisspieler auch Zeit für kameradschaftliche Stunden. Und einmal im Jahr unternehmen sie zusammen mit ihren Partnerinnen eine kleine Wanderung, wie unlängst die Fahrt nach Feldberg und dem Marsch zum Gisiboden sowie einem sich anschließenden Hüttenbrunch am folgenden Morgen. Eines sollte ein Tischtennisspieler auf jeden Fall mitbringen, sagt der Trainer. Er müsse über ein gutes Reaktionsvermögen und gute Beweglichkeit verfügen. Die Akteure sollten auf Spielsituationen reagieren können, auch Nervenstärke gehöre dazu, wenn das Spiel gerade sehr eng ist und womöglich ein Rückstand aufgeholt werden muss.

Wenn die Weihnachtsfeiertage kommen, breitet sich eine Wettkampfatmosphäre unter den Männern aus, während sie sich mit Speckbrettern gegenüberstehen. "Dann findet eine interne Gaudimeisterschaft statt, ein halbprofessionelles Speckturnier", erklärt Kaiser lächelnd. Die von Schreiner Frank Merz eigens dafür hergestellten Speckbretter dienen dabei als Schläger.

Kaiser weist außerdem darauf hin: "Wir sind keine geschlossene Gruppe". Jeder Interessent sei willkommen.

"Wir waren alles mal Fußballer, unsere Gruppe ist quasi eine Abordnung der Alten Herren, die sich dem Fußball verbunden fühlt". Da es mit dem Fußballsport nicht mehr so gut lief, wollte man dazu eine Alternative bieten, irgendetwas ausprobieren. Außerdem gab es in der Halle bereits zwei Tischtennisplatten, zwei weitere gebrauchte Platten bekam der "Bällällä Club" vom Tischtennisverein Laufenburg obendrein gespendet. Auch deshalb bot sich dieser Sport an der Platte den Männern an.

Leider fehlt aber der Tischtennisnachwuchs. Nur für kurze Zeit seien zwei Söhne aktueller Spieler erschienen. Kaiser betont, wie dankbar man dem Verein und der Gemeinde sei, die die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen würde.

Info: Das "Bällällä Club"-Training findet immer mittwochs von 19.30 bis circa 21 Uhr in der Sporthalle im Haus des Gastes in Höchenschwand statt. Alle Interessenten sind willkommen.