Handball

HSG Ortenau Süd: Die Suche nach der guten Mischung

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mo, 02. März 2020 um 22:02 Uhr

Bezirksklasse Ortenau

Die Handballerinnen der HSG Ortenau Süd spielen mit zwei Teams in der Bezirksklasse. Der Aufstieg ist das Ziel, käme für die erste Mannschaft aber noch zu früh.

LAHR. Nach dem Rückzug des TV Lahr im Januar 2018 wird der Frauenhandball in der Stadt und im Schuttertal von der HSG Ortenau Süd verkörpert. Jener seit der Saison 2015/16 bestehende Zusammenschluss aus TV Sulz, GSV Mietersheim und TV Seelbach schickt derzeit zwei Frauenteams in der Bezirksklasse Offenburg-Schwarzwald in den Wettbewerb. Dabei handelt es sich um die unterste Spielklasse, eine Kreisklasse gibt es in diesem Bezirk nicht mehr. Langfristig will die HSG wieder in der Landesliga mitmischen.

In der schmucken Sporthalle im Lahrer Bürgerpark dröhnt am Sonntagnachmittag Popmusik aus den Lautsprechern: Die beiden Frauenteams der HSG bereiten sich auf ihre Einsätze vor. Am Rande steht Trainer Daniel Fleig und überwacht die Dehnübungen. Der 36-Jährige, für beide Ensembles zuständig, gibt mit Blick auf die beiden Spiele sehr belastbare Prognosen ab: "Für die Zweite wird es heute schwierig gegen Schutterwald. Die haben eine gute technische Ausbildung und eine gute Jugendarbeit." Tatsächlich unterlag die Ortenau-Süd-Reserve hernach dem TuS Schutterwald II nach einer abwechslungsreichen Begegnung mit 25:27. Am vorherigen Wochenende hatte die HSG I gegen diesen Gegner mit 27:22 gewonnen. "Gegen die SG Schenkenzell/Schiltach sind zwei Punkte eingeplant", erklärte Fleig dann noch. Die erste HSG-Mannschaft entsprach dieser Vorstellung und feierte dann einen recht sicheren 30:23-Sieg gegen die Spielgemeinschaft aus dem Schwarzwald. Damit gelang die Sicherung des dritten Ranges.

Der Trainer, der zwei Teams gleichzeitig betreut

Fleig hat ein ganz besonderes Amt mit der Betreuung beider Frauenteams der HSG. "Das ist machbar, aber nicht ganz einfach", sagt er lächelnd. "Man ist manchmal mehr mit Organisieren beschäftigt. Aber es läuft ganz gut." Der Sulzer hat grundsätzlich einen Gesamtkader von 25 Spielerinnen zur Verfügung, derzeit muss er aber angesichts einiger Ausfälle etwas mit dem vorhandenen Personal jonglieren. So fanden sich am Sonntag drei Spielerinnen in der Aufstellung beider Teams wieder. Eine Praxis, die in dieser Runde schon mehrfach zur Anwendung kam. "Die U-21-Spielerinnen können flexibel eingesetzt werden", so Fleig. "Es gibt zwar grundsätzlich Kernmannschaften, aber angesichts von Verletzungsproblemen bei den Frauen II müssen dort Einige aushelfen."

Fleig, der als aktiver Spieler bei der TG Altdorf in der Kreisklasse A des Bezirks Freiburg-Oberrhein zugange ist, wirkte schon in der vergangenen Runde als Trainer der weiblichen HSG-Reserve. Nach dem Rückzug von Kerstin Volk und Gerhard Reinholz als Coaches der ersten Mannschaft habe er deren Aufgabe nun mit übernommen, erzählt er. In der vergangenen Saison fand noch eine gewisse Trennung zwischen den beiden HSG-Teams statt. Die erste Mannschaft bestand im Wesentlichen aus ehemaligen Seelbacher Spielerinnen, die auch Landesliga-Erfahrung mitbringen, und der einen oder anderen Handballerin aus Sulz. Die Reserve setzte sich meist aus dem personellen Bestand des GSV Mietersheim zusammen. "In dieser Saison probieren wir, die Mannschaften etwas zusammenzufügen und eine Mischung hinzubekommen", erklärt Fleig.

Langfristig will die HSG eine Klasse höher spielen

"Die Idee ist, etwas leistungsorientierter zu arbeiten und eine gute Mannschaft aufzubauen. Langfristig wollen wir schon eine Klasse höher spielen, es soll in Richtung Landesliga gehen. Aber wir haben ziemlich viele junge Spielerinnen, die meisten von ihnen sind unter 21. Es wird eine gewisse Zeit brauchen, bis die so weit sind." Ziel der HSG I ist am Ende der dritte Tabellenplatz, den die Handballerinnen derzeit schon belegen. Der zweite Rang im Tableau, der zur Teilnahme an der Relegation berechtigt, ist theoretisch noch zu erreichen, aber wohl schon zu weit weg. "Für uns käme der Aufstieg zu früh, wegen der jungen Spielerinnen, denen es noch an der notwendigen Erfahrung fehlt", bekräftigt Fleig noch einmal. In der Bezirksklasse hat er eine Zweiteilung ausgemacht: "Es gibt schon einen ziemlichen Leistungsunterschied zwischen vorne und hinten."

Wird die erste Mannschaft der HSG dann in der nächsten Saison angreifen? "Man muss gucken, wie sich alles entwickelt", sagt der Trainer vorsichtig. "Wir müssen abwarten, welche Spielerinnen zusagen, was die jungen Spielerinnen vorhaben."