Verschworene Einheit nach Umbruch

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mi, 16. September 2020

Südbadenliga

Der HTV Meißenheim geht mit dem neuen Trainer Christian Huck und vielen Kräften aus dem eigenen Stall in die Saison.

. Vieles ist neu, doch der Kampf um den Erhalt der Klasse steht auch in der kommenden Runde im Fokus der Meißenheimer Handballer. Nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit stand der HTV auf dem 12. Platz der 14 Teams zählenden Südbadenliga. Neuer Trainer ist der 31 Jahre alte Christian Huck, der zuletzt in dieser Funktion beim TV Bötzingen in der Bezirksklasse Breisgau/Oberrhein wirkte. Auch im Kader hat sich Einiges getan. Es gab einen Umbruch.

Christian Huck, Lehrer an der Realschule in Friesenheim und ehemaliger Spieler der Meißenheimer Reserve, weiß genau, warum er die Anfrage des HTV, ob er sich vorstellen könne, als Trainer der ersten Mannschaft zu arbeiten, positiv beschieden hat: "Ich kenne den Verein. Ich schätze sehr, dass der HTV in den vergangenen Jahren fast komplett auf die eigene Jugend gesetzt hat. Und das war auch in Bötzingen so. Das heißt, es kommen eben nicht jedes Jahr fünf, sechs neue Spieler, die dann wieder gehen, wenn es anderswo einen Euro mehr gibt."

Huck, der beim TV Willstätt mit dem Handballspielen begann, hat den langjährigen Meißenheimer Landesliga- und Südbadenligaspieler Steffen Bertsch künftig an seiner Seite. Die Beiden bilden das Trainerteam, das den Umbruch im Handballdorf gestalten soll. Dieser wird nicht einfach, denn immerhin haben vier Leistungsträger neue Aufgaben gesucht und gefunden. Linksaußen Dennis Ammel und Tormann Kevin Wilhelm tragen nun das Trikot des TuS Altenheim. Rückraumspieler Pascal Fleig hat es zum TuS Schutterwald gezogen, Timo Häß wieder zum HGW Hofweier. Einige Routiniers werden pausieren.

Trotzdem sagt Huck: "Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft mit Spielern, die einige Jahre Erfahrung in Südbadenliga und Landesliga mitbringen und eine Führungsrolle übernommen haben, und Talenten." Zu den bewährten Kräften zählt er Tormann Steffen Bader, der aus Mainz in die Heimat zurückgekehrt ist, Kapitän Simon Schröder, ebenso Bastian Funke, Louis Nickert und Janis Jochheim. "Alles Spieler, die in den letzten Jahren schon Spielpraxis gesammelt hatten, aber immer etwas im Schatten der anderen Spieler standen, die qualitativ mit Sicherheit kaum schlechter sind und die jetzt diese Sicherheit brauchen, um die Führungsrolle zu übernehmen."

Dazu kommen jene Spieler, die aus der A-Jugend herausgekommen sind und die zum Teil in der vergangenen Runde in die erste Mannschaft hereingeschnuppert haben. "Zu nennen wären da Dustin Ammel, Aaron Leppert, Luis Ehret, Max Zürcher und Felix Haag. Dann haben wir noch Spieler, die bisher in der zweiten Mannschaft tragende Rollen gespielt haben, allen voran Patrick Velz, unser Abwehrchef, oder auch Jannik Hasemann. Zwei Spieler, die die zweite Mannschaft zuletzt geprägt haben. Das ist ein gutes Team." Das Ziel formuliert er so: "Nach dem Umbruch wieder eine verschworene Einheit herstellen. Ich glaube, da sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg."

Der neue Spielplan, welcher der Bedrohung durch die Pandemie Rechnung trägt, teilt die Saison und die Liga. Es gibt in der Vorrunde zwei Achtergruppen. Zunächst müssen sich die Meißenheimer in der Vorrunde in der Nordgruppe der Südbadenliga mit TuS Ottenheim, HGW Hofweier, TVS Baden-Baden II, TuS Helmlingen, SG Kappelwindeck/Steinbach, SG Muggensturm/Kuppenheim und BSV Phönix Sinzheim auseinandersetzen. Die ersten vier Teams bestreiten danach die Meisterrunde, die anderen kämpfen in der Abstiegsrunde um den Erhalt der Klasse.

Vier von 16 Mannschaften müssen am Ende der Saison absteigen. "Ziel ist jedes einzelne Spiel, weil wir nicht wissen, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Jedes Spiel sehen wir als ein Endspiel an", sagt Huck. "Wir wollen am Ende über dem Strich stehen, die Klasse halten und langfristig eine Südbadenligamannschaft stellen."

Der HTV Meißenheim will am Ende über dem Strich stehen

Er kennt die Einschätzung in Fachkreisen, wonach die beiden Gruppen nicht gleich stark einzuschätzen seien. "Auf den ersten Blick sieht diese Südgruppe leichter aus, aber letztendlich haben alle Vereine diese Corona-Situation gehabt, mit extremen Umbrüchen zum Teil."

Huck freut sich naturgemäß auf die Derbys gegen den TuS Ottenheim. Er weiß auch darum, dass diese Achtergruppe der Hinrunde mit einigen starken Mannschaften bestückt ist. "Angst haben wir keine. Es geht gleich richtig los, das erste Spiel ist gleich ein Vier-Punkte-Spiel gegen den Abstieg." Am 3. Oktober tritt sein Ensemble bei der Reserve des TVS Baden-Baden an. Danach folgt das Heimspiel gegen Sinzheim. Hucks Spielidee? "Unser Hauptaugenmerk gilt der Defensive. Wir wollen eine knallharte Abwehr stellen, die von der ersten bis zur 60. Minute kämpft. Wir haben neue Spielertypen, unser System wird angepasst auf deren Fähigkeiten. Ganz wichtige ist das Tempospiel, darin haben wir unsere Stärke. Sichere Abwehr, Ballgewinne, Tempo, das ist unsere Waffe."

Bliebe noch die Frage, wie viele Zuschauer in die Meißenheimer Sporthalle zu den Partien kommen dürfen. Abteilungsleiter Michael Labusch teilt dazu mit: "Es hat schon ein Gespräch mit der Gemeinde stattgefunden. Es gibt Planungen, aber noch nichts Konkretes."

Der Kader – Tor: Steffen Bader, Kevin Blum; Feld: Dustin Ammel, Louis Nickert, Janis Jochheim, Bastian Funke, Simon Schröder, Max Zürcher, Luis Ehret, Felix Haag, Jannik Hasemann, Luka Lederle, Patrick Velz, Robin Link, Aaron Leppert, Philip Zürcher.
Zugänge: Steffen Bader (DJK Sportfreunde Budenheim); Kevin Blum, Jannik Hasemann, Patrick Velz, Robin Link (alle zweite Mannschaft); Aaron Leppert, Felix Haag, Philipp Zürcher, Luis Ehret (alle eigene Jugend).
Abgänge: Kevin Wilhelm, Dennis Ammel (TuS Altenheim), Pascal Fleig (TuS Schutterwald), Timo Häß (HGW Hofweier); Florian Engel, Manuel Hügli, Kevin Fortin, Steffen Gambert, Daniel Velz (pausieren).