Bürgermeisterwahl

Neuer Müllheimer Bürgermeister Löffler: "Ich bin froh und überglücklich"

Alexander Huber

Von Alexander Huber

So, 13. Oktober 2019 um 20:08 Uhr

Müllheim

Der Heitersheimer Rathauschef Martin Löffler wird mit 59 Prozent der Stimmen neuer Bürgermeister von Müllheim. Die Feuerwehr stellte den Bürgermeisterbaum beim Bürgerhaus.

Martin Löffler ist neuer Bürgermeister von Müllheim. Bereits im ersten Wahlgang entfielen 4365 der 7398 gültigen Stimmen auf den Heitersheimer Rathauschef. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent, womit die für die erste Runde notwendige absolute Mehrheit klar erreicht wurde. Die beiden Hauptkonkurrenten, Frank Lindstedt und Raphael Fechler, distanzierte Löffler damit deutlich.

Löffler, der erst Anfang des Jahres in Heitersheim in seinem Amt bestätigt worden war, erhielt 4365 der insgesamt 7398 gültigen Stimmen – das entspricht einem Anteil von genau 59 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete Frank Lindstedt mit 1558 Stimmen (21,06 Prozent), Dritter wurde Raphael Fechler mit 1129 Stimmen (15,26 Prozent). Weit abgeschlagen landeten die drei übrigen Bewerber: Lucas Lacher erhielt 261 Stimmen (3,53 Prozent), Samuel Speitelsbach 33 Stimmen (0,45 Prozent) und Markus Bortoli 30 Stimmen (0,41 Prozent). 22 Stimmen entfielen auf sonstige Bewerber. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,71 Prozent.

Rund 14000 Müllheimer Bürgerinnen und Bürger waren am Sonntag aufgerufen, ein neues Stadtoberhaupt zu wählen. Zur Wahl standen: Martin Löffler, Samuel Speitelsbach, Dr. Raphael Fechler, Lucas Lacher, Frank Lindstedt und Markus Bortoli.

Damit gab es bereits im ersten Wahlgang eine deutliche Entscheidung, mit der im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet worden war. Von einer schwierigen Entscheidung war allenthalben zu hören, insbesondere die Bewerber Frank Lindstedt und Raphael Fechler führten einen engagierten Wahlkampf und konnten sich sowohl in den persönlichen Begegnungen mit den Bürgern als auch auf größeren Podien – wie der Bewerbervorstellung der Stadt und dem BZ-Kandidatentalk – Sympathien erwerben. Wahlgewinner Löffler zeigte sich überglücklich über den Wahlausgang. "Ich werde mit diesem Ergebnis motiviert an die Arbeit gehen", so Löffler.

1521 der insgesamt 14942 Wahlberechtigten gaben per Briefwahl ihre Stimme ab – letztlich aber war die Wahlbeteiligung mit 49,71 Prozent doch eher mäßig, was bei der offiziellen Verkündung des Ergebnisses im Bürgerhaus mit einem unzufriedenen Raunen quittiert wurde. Möglicherweise, so wurde gegen Ende des Wahltags in den Wahllokalen gemutmaßt, tat das spätsommerlich zu nennende Wetter an diesem Oktobersonntag ein Übriges dazu, dass manch einer einem Ausflug ins Grüne den Vorzug gab – anstatt sich an der Entscheidung zu beteiligen, wer die Geschicke der Stadt in den kommenden acht Jahren maßgeblich lenken wird.

Das Interesse an der offiziellen Verkündung des Ergebnisses um 20 Uhr im Bürgerhaus durch die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses Astrid Siemes-Knoblich indes war groß, der Saal war voll und der Wahlsieger musste schon mal eine ordentliche Gratulationscour absolvieren, bevor es zum traditionellen Aufstellen des Bürgermeisterbaumes am Grayer Platz ging. Unter den ersten Gratulanten waren auch etliche Amtskollegen von Löffler; die Glückwünsche im Namen des Bürgermeistersprengels Markgräflerland überbrachte der Bad Krozinger Bürgermeister Volker Kieber.

Video: Veranstaltung "BZ Hautnah" zur Bürgermeisterwahl in Müllheim



Auf den neuen Müllheimer Bürgermeister wartet eine Fülle von Herausforderungen. Trotz eines regen Einwohner- und Wirtschaftswachstums sieht sich Müllheim immer noch mit einem gewissen Bedeutungsverlust konfrontiert, der noch aus der Zeit herrührt, da der Landkreis Müllheim aufgelöst wurde. Die Diskussionen darüber, inwieweit die Stadt in ihrer Mittellage zwischen Freiburg und Basel zugunsten anderer Orte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an Boden verloren hat, dauern bis heute an.

Als unbefriedigend wird auch die Verkehrssituation in Müllheim empfunden – der Bahnhof ist weitab vom Stadtzentrum, die Busanbindung sorgt regelmäßig für Kritik, wie überhaupt der ÖPNV auch bei der Versorgung der Ortsteile als unzureichend angesehen wird. Weitere Themen, die im Wahlkampf eine Rolle spielten, waren die Schaffung von günstigem Wohnraum und die schwierige Haushaltslage der Gemeinde, die zuletzt einen starken Rückgang bei den Steuereinnahmen verzeichnen musste.

Mit der Wahl Martin Löfflers zum neuen Stadtoberhaupt von Müllheim steht nun auch in Heitersheim ein erneuter Urnengang an. Dabei ist der letzte noch gar nicht so lange her: Erst im Februar dieses Jahres war Löffler in Heitersheim mit gut zwei Dritteln der Stimmen für eine zweite Amtszeit bestätigt worden. Dass er in Müllheim kandidiert hat, hatte er unter anderem mit den größeren Gestaltungsspielräumen im Mittelzentrum begründet. Außerdem verwies Martin Löffler darauf, dass er seine Kandidatur davon abhängig gemacht habe, dass seine Amtskollegin Astrid Siemes-Knoblich nicht wieder antritt.

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