Kommunalwahlen

Bei der Ratswahl in Ihringen gibt es auffällig viele junge Bewerber

cla

Von cla

So, 19. Mai 2019 um 15:40 Uhr

Ihringen

Jetzt wird es ernst: Die Kandidaten sind bestimmt, die Wahlunterlagen an die Haushalte verteilt. Insgesamt 52 Männer und Frauen bewerben sich bei den Ratswahlen in Ihringen um die 18 Plätze.

In rund einer Woche, am Sonntag, 26. Mai, von 8 bis 18 Uhr sind die 5023 Wahlberechtigten in Ihringen und Wasenweiler aufgerufen, ihren Gemeinderat neu zu wählen. Insgesamt 52 Männer und Frauen bewerben sich um die 18 Plätze im Gremium. Ein Überblick über die Wahlvorschläge und das Bewerberfeld.

CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben für die Gemeinderatswahl Kandidatenlisten eingereicht. 18 Personen stehen auf den Wahlvorschlägen von SPD und Grünen, 16 sind es bei der CDU. Zwei weitere Wahlvorschläge – die offene Liste und die unabhängige Liste – gibt es außerdem für den Wasenweiler Ortschaftsrat. Dort sind acht Plätze neu zu besetzen.

In den kommenden fünf Jahre wollen die Bewerber im Ort Politik machen. Die selbst gesetzten Ziele und Werte der drei Wahlvorschläge liegen dabei nicht allzu weit auseinander, die Unterschiede zeigen sich in der Gewichtung. Während sich die CDU für eine maßvolle Bebauung und Nachverdichtung ausspricht und betont, dass die bestehende Wohnqualität beibehalten werden soll, wirbt die SPD mit dem Bau von Mehrgenerationenhäusern sowie sozialem und genossenschaftlichem Wohnungsbau. Die Grünen betonen, dass die Entwicklung der Gemeinde naturverträglich sein soll.

Im Vergleich zu den Grünen, die traditionsgemäß die Verantwortung für die Umwelt im Programm haben und sich daher etwa für ein rad- und fußgängerfreundliches Dorf einsetzen, gibt sich die SPD mit der Betonung von Integration, Bürgerbeteiligung und Transparenz einen anderen eigenen Anstrich. Das Profil der CDU-Liste zeigt sich dagegen eher bei Themen wie Tourismus, Handel und Gewerbe sowie Verkehrssicherheit im Ort.

Gegensätzliche Standpunkte bietet das Thema B 31. Während sich die CDU für einen Weiterbau der Straße stark macht, stehen die Grünen dem Projekt ablehnend gegenüber. Eine vermittelnde Position nimmt die SPD ein, die in ihrem Programm von einem "achtsamen Augenmerk auf die Trassenführung" spricht.

Bei der Kommunalwahl aber werden Personen, nicht Listen gewählt. Der Wähler kann also entscheiden, wie er seine Stimmen – 18 sind es für den Gemeinderat, 8 für den Ortschaftsrat – auf die Bewerberinnen und Bewerber verteilt. Aber Vorsicht: Weil in Ihringen und Wasenweiler weiterhin die unechte Teilortswahl gilt, muss, wer seine Stimmen kumuliert oder frei über die Listen verteilt, bei der Wahl für den Gemeinderat eine Besonderheit beachten. Er darf nämlich höchstens 14 Kandidaten aus Ihringen und maximal vier Bewerber aus Wasenweiler wählen.

Fünf Räte treten nicht mehr an
Viele der Personen auf den Listen kandidieren ein weiteres Mal für den Gemeinderat. Fünf Räte – Elvira Kiss, Jürgen Schneider, Alois Lai, Ralf Selinger und Christoph Günther – haben sich dagegen nicht erneut zur Wahl gestellt.

Auf den ersten Blick relativ ausgewogen sieht das Verhältnis von Männern und Frauen auf den Listen aus. Insgesamt treten 32 Kandidaten und 20 Kandidatinnen zur Gemeinderatswahl an. Wer aber genauer hinschaut, dem fällt auf, dass allein für die Grünen 12 Frauen antreten. Auf den Listen von CDU und SPD sind Frauen mit jeweils vier Vertreterinnen dagegen deutlich unterrepräsentiert.

Das Berufsspektrum der Bewerberinnen und Bewerber ist groß. Mit dabei sind Leute aus dem Weinbau, der Verwaltung und der Finanzbranche, es gibt Handwerker und Beamte, Selbstständige, eine Ärztin und Ingenieure sowie Personen aus Pflege und Erziehung. In Musik- und Sportvereinen, im Fanfarenzug oder Helferkreis engagieren sich viele der Kandidaten, die sich nun auch im Gemeinderat ehrenamtlich einbringen möchten.

Zur Wahl stehen zudem auffällig viele junge Leute. Insgesamt fünf Personen sind noch in Ausbildung, sei es als Azubi oder Schüler. Ob die Bewerber Mitglied jener Parteien sind, auf deren Listen sie kandidieren, ist übrigens nicht relevant. Auffällig sind hier jedoch wiederum die Grünen, denn 11 der 18 Anwärter haben auch einen Parteiausweis von Bündnis 90/Die Grünen.